Der Verein

(Bild: Deutsche Telekom Stiftung/Phil Dera)

Die Digitalisierung im Bildungsbereich ist eine komplexe, gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Im Forum Bildung Digitalisierung haben sich deshalb sieben große deutsche Stiftungen zusammengeschlossen, um allen maßgeblichen Akteuren aus Bildungspraxis, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft eine Plattform zu bieten. Sie selbst bringen sich aus zivilgesellschaftlicher und pädagogischer Perspektive in die Debatte ein, gespeist aus jahrzehntelanger Erfahrung in der Begleitung von Veränderungsprozessen im Bildungsbereich. Nach zweijähriger Projektphase wurde am 04. September 2017 der Verein Forum Bildung Digitalisierung e.V. gegründet. Die Gründungsmitglieder sind: Deutsche Telekom Stiftung, Bertelsmann Stiftung, Dieter Schwarz Stiftung, Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, Robert Bosch Stiftung und Siemens Stiftung.

Idee

Die in der Initiative engagierten Stiftungen sind überzeugt: Digitale Medien können dabei helfen, pädagogische Herausforderungen wie den Umgang mit heterogenen Lerngruppen zu meistern – und so dazu beitragen, unser Bildungssystem besser zu machen und Teilhabe und Chancengerechtigkeit zu fördern.

Um diese pädagogischen Chancen nutzen zu können, gibt es aus Sicht der Stiftungen zwei grundlegende Voraussetzungen: Erstens muss die Pädagogik im Mittelpunkt aller Überlegungen stehen. Denn nur durch die Lehrenden und die Lernenden können Medien und Technik das Lernen verbessern. Und zweitens geht eine Digitalisierungsstrategie im Bildungsbereich nur auf, wenn alle damit verbundenen Dimensionen berücksichtigt werden: das Lernen über digitale Medien, also der Erwerb von computer- und informationsbezogenen Kompetenzen ebenso wie eines Verständnisses von Funktionsweisen und Wirkprinzipien, das Lernen mit digitalen Medien, das heißt zur Unterstützung von Lernprozessen ebenso wie der Organisation des Schulalltags, und das kreative Gestalten von und mit digitalen Medien - von der Erstellung von Videos bis hin zum Programmieren eigener Anwendungen.

Die Stiftungen laden jeden, der diese Überzeugungen teilt, zum Austausch im und mit dem Forum Bildung Digitalisierung ein. Das Ziel: Akteure aus Praxis, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft lernen von- und miteinander und arbeiten ko-konstruktiv zusammen. Denn die digitale Transformation im Bildungsbereich ist eine komplexe, gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zu deren Lösung es jeden braucht, der etwas beitragen kann – vom Entscheider in Politik und Administration bis hin zum Praktiker vor Ort.

Der Fokus der Initiative liegt dabei zunächst auf der schulischen Bildung, andere Bildungsbereiche sollen später hinzukommen.

27.09.2017  | pdf

Struktur

Von 2015 bis 2017 wurde das Forum Bildung Digitalisierung von Deutsche Telekom Stiftung, Bertelsmann Stiftung, Robert Bosch Stiftung, Siemens Stiftung und gefördert von der Stiftung Mercator als Projekt initiiert, entwickelt und getragen. Mit der Gründung des Vereins „Forum Bildung Digitalisierung e. V.“ (siehe Pressemitteilung) am 4. September 2017 sind die Dieter Schwarz Stiftung und die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft als weitere Gründungsmitglieder hinzugekommen. Mit dem 01. Januar 2018 ist der Übergang zwischen Projektstatus und Verein nun abgeschlossen.

Eine Mitgliederversammlung entscheidet über die strategische und inhaltliche Ausrichtung des Vereins. Sie besteht aus je einem Stiftungsvertreter der Leitungsebene von Vorstands- bzw. Geschäftsführerebene. Die Mitgliederversammlung findet in der Regel zweimal im Jahr statt.

Die Deutsche Telekom Stiftung engagiert sich für eine bessere Bildung in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Dazu führt sie Projekte durch, die Fach- und Lehrkräfte stärken oder die Kinder und Jugendliche fit machen für Erfolg in MINT und für Teilhabe an der digitalen Welt. 

 

 

Prof. Dr. Wolfgang Schuster, Vorsitzender Deutsche Telekom Stiftung: „Das Forum Bildung Digitalisierung ist ein starker Verbund zivilgesellschaftlicher Akteure. Es hat die Chance, das ungenutzte Potenzial der Digitalisierung für das Bildungswesen gezielter auszuschöpfen.“

„Menschen bewegen. Zukunft gestalten. Teilhabe in einer globalisierten Welt“: Dieser Leitgedanke fasst die Arbeit der Bertelsmann Stiftung zusammen. Teilhabe bedingt handlungsfähige Menschen und eine Gesellschaft, die allen gleiche Chancen eröffnet.

 

 

Dr. Jörg Dräger, Mitglied des Vorstands Bertelsmann Stiftung: „Für die Digitalisierung gibt es keinen Stoppknopf. Deshalb müssen wir sie gestalten. Es ist an der Zeit, den technik- und gefahrenlastigen Diskurs zur Digitalisierung der Bildung stärker auf die pädagogischen Chancen und Gestaltungsmöglichkeiten zu lenken.“

Bildung, Wissenschaft und Innovation sind von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung und Zukunftsfähigkeit des Landes. Die Dieter Schwarz Stiftung hat sich deshalb das Ziel gesetzt, auf diese drei Säulen zu bauen und lebenslanges Lernen zu fördern. Hierzu werden zukunftsorientierte Projekte initiiert und unterstützt.

 

 

Silke Lohmiller, Geschäftsführerin Dieter Schwarz Stiftung: „Im Forum Bildung Digitalisierung sollen neue Unterrichtsmethoden und -konzepte angestoßen werden. Diese sollen Kinder und Jugendliche dort abholen, wo sie stehen und eine Basis für zukünftige Herausforderungen schaffen.“

„Handeln und Gestalten in sozialer Verantwortung“, nach diesem Leitsatz engagiert sich die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft für eine inklusive demokratische Gesellschaft. Die Stiftung setzt sich in Bildungsprojekten unter anderem im Schulkontext für eine nachhaltige Veränderung gesellschaftlicher Bedingungen ein.

 

 

Olaf Köster-Ehling, Vorstand Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft: „Alltagstaugliche Konzepte und Strukturen für den Unterricht zu entwickeln, die das individualisierte Lernen in inklusiven ganztägigen Bildungseinrichtungen mit digitaler Technik unterstützen, das sehen wir als ein Ziel der Zusammenarbeit im Forum Bildung Digitalisierung.“

Die Robert Bosch Stiftung greift in ihrer gemeinnützigen Arbeit gesellschaftliche Themen frühzeitig auf und erarbeitet exemplarisch Lösungen. Dabei ist die Stiftung auf den Gebieten Gesundheit, Wissenschaft, Gesellschaft, Bildung und Völkerverständigung tätig.

 

 

Uta-Micaela Dürig, Geschäftsführerin Robert Bosch Stiftung: „Digitalisierung in der Schule muss mehr sein, als die Ausstattung mit modernen Computern. Wir brauchen passende pädagogische Konzepte, intelligente Materialien und Lehrer, die wissen, wie man damit umgeht.“

Gesicherte Grundversorgung, hochwertige Bildung und Verständigung über Kultur sind Voraussetzung für nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung. In ihrer internationalen Projektarbeit unterstützt die Siemens Stiftung deshalb Menschen darin, diesen Herausforderungen unserer Zeit eigeninitiativ und verantwortungsvoll zu begegnen. 

Dr. Nathalie von Siemens, Geschäftsführender Vorstand Siemens Stiftung: „Während Kinder und Jugendliche in ihrem Alltagsleben von IT umgeben und geprägt sind, treffen sie in der Schule auf eine noch nahezu analoge Welt. Doch das Lernen hat sich geändert und damit muss sich auch das Lehren ändern.“

 

 

Die Stiftung Mercator will unter anderen umfassende Bildung und Chancengleichheit ermöglichen, die Selbstentfaltung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen stärken sowie Wissenschaft und Forschung im Interesse aller fördern.

Winfried Kneip, Geschäftsführer Stiftung Mercator: „Die Digitalisierung verändert die Rahmenbedingungen von Bildung und Bildungsprozessen deutliche. Wir wollen mit Blick auf Integration und kulturelle Bildung unseren Beitrag leisten.“

 

 

Eine Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der Stiftungen berät die Geschäftsstelle bei der Umsetzung der Aufträge aus der Mitgliederversammlung.

Die Arbeitsgruppe besteht aus:

Dr. Gudrun Tegeder (Deutsche Telekom Stiftung), Dr. Dirk Zorn (Bertelsmann Stiftung), Christian Rieck (Dieter Schwarz Stiftung), Richard Heinen (Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft), Dr. Michael Wiedmann (Robert Bosch Stiftung), Dr. Franziska Frost (Siemens Stiftung) und Dr. Tobias Diemer (Stiftung Mercator).

 

 

Eine Geschäftsstelle koordiniert und gestaltet die Projekte und Aktivitäten des gemeinnützigen Vereins und steht Partnern und Interessierten gern als Kontakt zum Verein zur Verfügung. Vorstand des Vereins ist Dr. Nils Weichert.

Von links nach rechts im Bild:
Dr. Nils Weichert (Vorstand), Vincent Steinl, Antje Jäger, Michaela Weiß, Katja Anokhina und Wiebke Volkmann.