Digitale Medien kommen in der Lehrerbildung zu kurz – Peer-to-peer-Learning zur Selbsthilfe

80 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen sind täglich online, das belegt die aktuelle JIM-Studie. Dennoch liegen deutsche Schulen beim Nutzen von Tablets, Notebooks und Smartphones im internationalen Vergleich weit zurück. Umso wichtiger ist es, Lehrende beim Einsatz digitaler Medien zu unterstützen und sie fortzubilden. Doch Robert Meyer, Lehrer und ehemaliger Stipendiat des FundaMINT-Programms der Deutsche Telekom Stiftung, weiß: Angehende Lehrkräfte erfahren zu wenig über Medienkompetenz und das Potenzial digitaler Bildung.

Der Gymnasiallehrer gehört zur ersten Generation der Digital Natives im Schuldienst. Schon in der Grundschule hat sich der Potsdamer mit Computern beschäftigt, doch vermittelt wurde ihm der sinnvolle Einsatz digitaler Medien nie – weder in der Schule, noch im Studium.  Meyer möchte dazu beitragen, dem Thema einen höheren Stellenwert zu verschaffen. Schon während seines Studiums kam er auf die Idee, Mitstudierende in kleiner Runde zu coachen und sie bei Fragen zu Datenschutz, Urheberrechten oder dem Einsatz digitaler Medien im Unterricht zu beraten. Das Coaching zwischen Gleichgestellten wird auch Peer-to-peer-Learning genannt.

Peer-to-peer-Learning bringt Schulen viele Vorteile. Lehrkräfte können schnell, bedarfsgerecht und kostenfrei unterstützt werden und Ideen für einen innovativen und motivierenden Unterricht entwickeln. Und gerade beim Einsatz digitaler Medien sind kontinuierliche und nachhaltige Fortbildungen wichtig, sagt Robert Meyer. Denn die digitalen Möglichkeiten bergen zwar großes Potenzial für Lehrende und Lernende,  sind aber auch mit didaktischen, technischen oder rechtlichen Konsequenzen verbunden. Und vieles unterliegt einem schnellen Wandel.

Durch die Interaktion zwischen Lehrkräften beim Peer-to-peer-Learning werden zudem häufig unterstützende Beziehungen im Kollegium auf- und Ängste und Vorbehalte abgebaut. Gerade bei Veränderungen, wie sie die Einbindung digitaler Medien für das Lehren und Lernen bedeutet, spielen diese eine wichtige Rolle und sollten nicht vernachlässigt werden.

Robert Meyer bleibt das Thema Medienkompetenz für sich und die Kolleginnen und Kollegen ein Anliegen. Auch während seines Referendariats will er sein Wissen im Rahmen der Begleitseminare an andere Referendarinnen und Referendare weitergeben. Denn er ist sicher: Ohne Peer-to-peer-Learning wissen viele Lehrkräfte nicht, welches Potenzial im Einsatz digitaler Medien im Unterricht steckt. Die positiven Rückmeldungen seiner bisher gecoachten Peers bestätigen das.