Gruppenaufnahme beim ersten Werkstatttreffen schulentwicklung.digital. (Bild: Forum Bildung Digitalisierung / Katja Anokhina)

Ein Werkstatttreffen-Fazit: Es geht um guten Unterricht mit digitalen Medien

Das zweite Treffen der Werkstatt schulentwicklung.digital in Leipzig rückt immer näher. Zeit noch einmal zurückzuschauen auf das Auftakttreffen, zu dem Ende März LehrerInnen und SchulleiterInnen aus ganz Deutschland zusammenkamen, um sich über Bildung und Digitalisierung auszutauschen. Fazit: Großartige Motivation bei allen Beteiligten – nur der Kaffee war knapp.    

Zwei Tage mit fremden Kolleginnen und Kollegen auf einem abgelegenen Tagungsgelände zu verbringen, ist nicht immer ein Selbstläufer. Beim ersten Treffen der Werkstatt schulentwickung.digital im Fuldatal war die Stimmung aber von Anfang an positiv, fast ausgelassen – immerhin war das Wetter sommerlich, und alle waren neugierig darauf herauszufinden, wie andere Schulen mit dem digitalen Wandel umgehen.  

Die Stiftungen im Forum Bildung Digitalisierung hatten die Teilnehmerschulen so ausgewählt, dass sie die Vielfalt des Schulsystems widerspiegeln sollten. So waren Schulen aus allen Bundesländern sowie alle Schulformen vertreten. Außerdem hatten die LehrerInnen und SchulleiterInnen völlig unterschiedliche technische und konzeptuelle Voraussetzungen mitgebracht. Durch diese Heterogenität gab es besonders viel Neues zu lernen.  

„Wir haben eine gute Ausstattung mitgebracht, elternfinanzierte Tablets, da sind wir ziemlich gut aufgestellt. Unser Medienkonzept ist aber noch nicht so ausgereift und wir freuen uns, Anregungen und Inspiration von anderen Schulen zu bekommen.“

                                                                                                                           Teilnehmerin Judith Exner von der Waldschule Hatten

 

„Ich finde es ein bisschen schade, dass nicht noch mehr Grundschulen hier sind - aber die Zusammenarbeit ist hervorragend. Man befruchtet sich gegenseitig, man bekommt Kontakt zu Kollegen aus der eigenen Region - so können Netzwerke entstehen.“

                                                                                             Teilnehmer Christian Absi von der Grundschule Belke-Steinbeck in Herford    


Unter der kompetenten wie unterhaltsamen Moderation des Bildungsforschers Richard Heinen lernten sich die TeilnehmerInnen bei einem Speeddating besser kennen, und tauschten sich aus – über die großen Fragen rund um Bildung und Digitalisierung: Wie geht man mit mangelhafter technischer Ausstattung um? Wie kann man das ganze Kollegium in Digitalisierungsprozesse einbinden? Sollte man per social media mit SchülerInnen und Eltern kommunizieren? Welche pädagogischen Konzepte können beim Einsatz digitaler Medien eine Rolle spielen? Für die PädagogInnen stand bei all diesen Überlegungen vor allem eine Frage im Zentrum:  

„Für mich war es wichtig, dass wir uns gemeinsam darüber Gedanken gemacht haben, was guter Unterricht ist – und guter Unterricht kann mit und trotz digitaler Bildung gelingen.“

                                                                                                                     Teilnehmerin Christina Wewer von der Waldschule Hatten          


Aus den Diskussionen im Plenum und den zahlreichen Gruppenarbeiten identifizierten die LehrerInnen, SchulleiterInnen und das Werkstatt-Team im Laufe der zwei Werkstatttage acht Themen – sie wurden als Handlungsfelder für die weitere Arbeit bestimmt.  

*   Lernen & Prüfen
*   Partizipation
*   Technik
*   Steuerung & Teamstrukturen
*   Materialien
*   Fortbildungen
*   Der rechtliche Rahmen
*   Netzwerke

Diese Themen sollen über die kommenden Monate – digital – mit Erfahrungen und Impulsen gespeist und später als Handreichung veröffentlicht werden, damit auch alle nicht teilnehmenden Schulen von der Werkstatt schulentwicklung.digital profitieren können. Die SchulleiterInnen und LehrerInnen der teilnehmenden Schulen möchten mit der gemeinsamen Arbeit aber noch mehr erreichen.  

„Ich hoffe, dass der Beitrag, den wir leisten und der hier erarbeitet wird, an Entscheidungsträger weitergeleitet wird. Auch vor dem Hintergrund, dass die ganzen namenhaften Stiftungen so viel Schall erzeugen können, dass Grundvoraussetzungen geschaffen werden, damit wir das Potenzial digitaler Werkzeuge nutzen können, für Lernlandschaften, die anderes Lernen ermöglichen.“

                                                                            Teilnehmer Arne Brix von der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule in Göttingen


Beim zweiten Treffen der Werkstatt schulentwicklung.digital in Leipzig werden die VertreterInnen der 38 Schulen sich gegenseitig ihre vorläufigen Ergebnisse präsentieren und Ihre Arbeit an den Themenfeldern vertiefen. Denn dieses Mal werden möglichst viele Werkstatt-Prozesse von Anfang an digital über Apps gestaltet und dokumentiert – und zwar unter Einwirkung von ganz viel Kaffee.