(Bild:Deutsche Telekom Stiftung/Phil Dera)

Gemeinsam auf dem Weg: Strategiepapier der KMK zur digitalen Bildung

Am 8. Dezember 2016 hat die Kultusministerkonferenz der Länder die Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ beschlossen. Es ist die erste kodifizierte Einigung der 16 Bundesländer auf eine gemeinsame, langfristige Strategie, um dem digitalen Wandel in der Bildung Rechnung zu tragen. Hier eine Zusammenfassung des Strategiepapiers: 

Über welche Medienkompetenzen müssen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene verfügen, um künftigen Anforderungen der digitalen Welt zu genügen? Und welche Konsequenzen hat das für Lehrpläne, Lernumgebungen, Lernprozesse oder die Lehrerbildung? – Unter diesen Leitfragen stand die Erarbeitung der KMK-Strategie.

Claudia Bogedan, Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Bremer Senatorin für Kinder und Bildung, erklärte dazu: „Die Kultusministerkonferenz legt mit ihrer Strategie `Bildung in der digitalen Welt` ein klares Handlungskonzept für die Gestaltung einer der größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit vor. Das Lernen im Kontext der zunehmenden Digitalisierung von Gesellschaft und Arbeitswelt sowie das kritische Reflektieren darüber werden zu integralen Bestandteilen des Bildungsauftrages.“

In der Strategie bündelt die Kultusministerkonferenz Handlungsoptionen für Länder, Bund, Kommunen, Schulträger und Schulen. Das Gremium erwartet nun, dass die Bundesländer innerhalb dieser Handlungsoptionen nun zügig die nächsten Schritte zur Umsetzung des digitalen Lernens einleiten werden.

Die KMK fasst ihre Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ in folgenden Punkten zusammen:

  1. Aufgabe der Länder ist es, in den Bildungsplänen der verschiedenen Unterrichtsfächer die angestrebten digitalen Medienkompetenzen der Schülerinnen und Schüler als Bildungsziele zu verankern.

  2. Die gemeinsame Aufgabe von Ländern, Bund und Schulträgern besteht darin, einefunktionssichere und leistungsfähige digitale Infrastruktur für Schulen sowie Schülerinnen und Schüler aufzubauen.

  3. Die Länder werden Aus- und Fortbildungsprogramme für die Lehrerinnen und Lehrer ausarbeiten und umsetzen. Gemeinsam klären Länder und Bund zahlreiche rechtliche Fragen des Datenschutzes und des Urheberrechtes.

  4. Die Länder müssen in der Zusammenarbeit mit Fachleuten aus dem Bereich digitaler Medien, zum Beispiel Software-Entwicklern und Schulbuchverlagen, die Entwicklung und Gestaltung anwenderfreundlicher und für den Unterricht geeigneter Lernprogramme voranbringen.

  5. Digitales Lernen in Schule und Unterricht gilt es mit digitalen Lernplattformen und digitaler Schulverwaltungssoftware zu verbinden.


Für Schulen hat die Kultusministerkonferenz einen konkreten Kompetenzrahmen von sechs Kompetenzbereichen festgelegt:

  1. Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren

  2. Kommunizieren und Kooperieren

  3. Produzieren und Präsentieren

  4. Schützen und sicher Agieren

  5. Problemlösen und Handeln

  6. Analysieren und Reflektieren


Diese verbindlichen Anforderungen sollen alle Schülerinnen und Schüler bis zum Ende der Pflichtschulzeit erwerben – beginnend mit den Erstklässlern ab dem Schuljahr 2018/19, soll  diese Maßnahme bis 2026 umgesetzt sein.

Darüber hinaus werden digitale Entwicklungen künftig Bestandteil der Bildungspläne der Länder – etwa die Bereiche Internet der Dinge, Industrie beziehungsweise Wirtschaft 4.0, Wissensmanagement, smartes Handwerk, digitales Bauen, eCommerce, smarte Landwirtschaft oder eHealth.

„Digitale Medien halten ein großes Potential zur Entwicklung und zum Einsatz neuer Lehr- und Lernprozesse bereit, sie tragen dazu bei, Schülerinnen und Schüler individuell noch besser zu fördern und damit unsere Anstrengungen für mehr Chancengerechtigkeit durch Bildung zu unterstützen“, resümiert KMK-Präsidentin Claudia Bogedan. Wegen der Dynamik der Digitalisierung betrachte die Kultusministerkonferenz den angestoßenen Prozess als „ständige Aufgabe.“

Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY 4.0 – Urheber: jungvornweg für forumbd.de