(Bild: Deutsche Telekom Stiftung/Phil Dera)

„Jetzt wird’s digital“: Österreich veröffentlicht Digitalisierungsstrategie

"Kein Kind soll die Schule ohne digitale Kompetenzen verlassen", kündigt die österreichische Bildungsministerin Sonja Hammerschmid an. Hintergrund ist die von ihrem Ministerium Ende Januar 2017 veröffentlichte Digitalisierungsstrategie „Schule 4.0. – jetzt wird’s digital“. Danach sollen die österreichischen Schülerinnen und Schüler unter anderem Medienkompetenz erwerben, kritisch im Umgang mit Informationen und Daten werden, über Sicherheit im Internet Bescheid wissen sowie sich mit technischen Aspekten und Anwendungen auskennen. Start für die Umsetzung an Österreichs Schulen ist bereits das Schuljahr 2017/18.

Das österreichische Bildungsministerium spricht von vier Säulen, auf denen die Digitalisierungsstrategie „Schule 4.0. – jetzt wird’s digital“ ruht. 

I. Digitale Grundbildung ab der Grundschule bis Ende der Volksschule (Hauptschule)

Hier steht der spielerische Umgang im Mittelpunkt mit dem Ziel, sich digitale Grundkompetenzen anzueignen. Dokumentiert werden sollen die in einem Sammelpass. Diese digitale Grundbildung soll nun auch in den österreichischen Lehrplänen verankert werden. In den höheren Klassen bis Stufe acht geht es um den kritischen Umgang mit sozialen Netzwerken, Informationen und Medien. Hierfür sind zwei bis vier Wochenstunden vorgesehen. Die Schulen dürfen selbst festlegen, in welcher Form sie die Vermittlung gestalten. Noten gibt es keine, ein sogenannter „digi.check“ in der achten Klasse soll die Kompetenzen messen.  

II. Digital kompetente Lehrerinnen und Lehrer

Ab dem Schuljahr 2017/18 müssen sich in Österreich Lehr-Neueinsteiger standardisierte digitale Kompetenzen aneignen. Sie müssen dies nachweisen in einem Pflichtportfolio. Dessen Bestandteile sind: 

  1. Digitaler Kompetenzcheck 
  2. Modularer Lehrgang für digitale Fachdidaktik 
  3. Reflexion eigener Lehrtätigkeit in digitalem Portfolio

 

Fort- und Weiterbildungen geben die Möglichkeit zur weiteren und notwendigen Kompetenzaneignung. Mit dem Future Learning Lab an der Pädagogischen Hochschule Wien und dem Bundeszentrum an der Pädagogischen Hochschule in Oberösterreich stellt das Bildungsministerium Institutionen bereit, um die Pädagoginnen und Pädagogen entsprechend zu schulen. 

III. Infrastruktur und technische Ausstattung

Geplant ist eine sogenannte „Breitbandoffensive“, um die österreichischen Schulen Internetzugang zu verschaffen. Diese Offensive wird im Februar vorgestellt. Zudem sind bereits Rahmenverträge mit Providern abgeschlossen, mit speziellen Konditionen für österreichische Bildungseinrichtungen. Als mittelfristiges Ziel kündigt Österreich die Ausstattung aller 86.000 Kinder in der fünften Schulstufe mit Tablets und aller 84.000 Schülerinnen und Schüler in der neunten Schulstufe mit Laptops an. Im ersten Schritt soll das „Bring your own device“-Konzept gestärkt werden, das bereits an 35 Prozent der Schulen umgesetzt wird.

IV. Digitale Lerntools

Ziel ist ein kostenfreier Zugang zu Lehr- und Lernmaterialien. In der Eduthek, dem österreichischen Schulportal, und mit OER (Open Educational Resources) sollen den Schulen Inhalte und Medien zur Verfügung gestellt werden, die auf digitales Lernen und Lehren ausgerichtet sind, etwa Apps, Spiele oder andere Tools für den Einsatz in modernen Unterrichtsformaten. Zudem finden die Lehrkräfte hier Modelle zu Einsatzszenarien im Unterricht.

Mehr zur Strategie des österreichischen Bildungsministeriums hier.

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