Tapes in der Veranstaltungshalle im Von Greifswald in Berlin. (Bild: Phil Dera)

Die Konferenz Bildung Digitalisierung 2017 im Rückblick

Ein Auftakt zu mehr Austausch, mehr Bildung mit digitalen Medien und mehr Netzwerk – das war die Konferenz Bildung Digitalisierung, zu der das Forum Bildung Digitalisierung im November 2017 nach Berlin geladen hatte. Aber sie markierte auch eine Zwischenbilanz: Nach knapp einem Jahr enger Zusammenarbeit, haben die 38 Schulen aus der Werkstatt schulentwicklung.digital auf der Veranstaltung gezeigt, was sie das Jahr über erarbeitet haben. Und an diesen Ergebnissen war das Programm der Konferenz ausgerichtet: Die von den Schulen entwickelten Handlungsfelder bildeten eine thematische und räumliche Orientierung in der großen Halle des alten Güterbahnhofs, in dem die zahlreichen Programmpunkte untergebracht waren.

Handlungsempfehlungen für gute Bildungspolitik in der digitalen Welt

Den Beginn der Konferenz markierte die Vorstellung der Handlungsempfehlungen der Werkstatt schulentwicklung.digital. In einem selbstinitiierten Prozess haben die Teilnehmenden 11 Punkte zusammengetragen, wie die schulische Entwicklung im digitalen Wandel durch Bildungspolitik und Verwaltung unterstützt werden kann. Die Empfehlungen speisen sich aus den Erfahrungen der Schulen, die als Pioniere auf dem Gebiet mitunter ganz eigene Lösungswege suchen mussten, um Hürden zu überwinden.

„Diese Handlungsempfehlungen sollten Bildungspolitik und Bildungsverwaltung aufmerksam lesen und sich zu Herzen nehmen. Denn wenn Schulen, die sich aus eigenem Antrieb und mit sehr großer intrinsischer Motivation auf diesen Weg begeben, mit den Rahmenbedingungen zu kämpfen haben, können diese für viele andere Schulen der Grund sein, gar nicht erst loszulaufen“, stellte sich Dr. Ekkehard Winter, Vorstand des Forum Bildung Digitalisierung und Geschäftsführer der Deutsche Telekom Stiftung, hinter die Forderungen der Schulen.

Bilder vom ersten Tag der Konferenz Bildung Digitalisierung (Bilder: Phil Dera)

Zusammen mit Vertretern aus der Bildungspolitik diskutierten eine Vertreterin der Werkstattschulen und Ekkehard Winter die Handlungsempfehlungen und die Frage, wie ein Zusammenspiel zwischen Bildungspraxis und Bildungspolitik gelingen könne. Eine Diskussion, die gerade durch den Einbezug des Publikums deutlich machte, wie unterschiedlich manche der Positionen in beiden Bereichen sind und wie notwendig der Austausch zwischen ihnen ist.

Wissen weitergeben

Austausch – das war dann auch das Motto des zweiten Konferenztages. Den Einstieg in den Tag bildeten Keynotes von Dr. Jörg Dräger von der Bertelsmann Stiftung und Prof. Dr. Thomas Knaus, dem wissenschaftlichen Direktor am Frankfurter Technologiezentrum, eine gemeinsame „Sprechstunde“ der beiden und ein beachtenswerter Auftritt von Schülerinnen und Schülern aus den Werkstattschulen, die das Podium nutzten, um Ihren Positionen und Wünschen Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Eindrücke vom Podium, aus den Workshops und den Themeninseln am zweiten Tag der Konferenz. (Bilder: Phil Dera)

Die Vertreterinnen und Vertreter aus der Werkstatt selbst waren für den restlichen Tag die Programmgestalter. Jede der Schulen gestaltet auf ihre Art und Weise den digitalen Wandel und reagiert auf spezifische Anforderungen vor Ort in geeigneter Weise. Dieses Wissen und die Erfahrungen gaben Lehrende, Schulleitende und Medienbeauftragte in verschiedenen Formaten, von kleinen Vorträgen in den „Speakers’ Corners“ bis zu Beratungssalons, weiter. „Digitalisierung ist ein Thema, mit dem sich viele Schulen in den nächsten Jahren beschäftigen werden. Wir möchten Gelegenheiten schaffen, dass diese von den Erfahrungen, die andere Schulen bereits gemacht haben, lernen und sich gegenseitig unterstützen können“, erklärt Olaf Köster-Ehling, Vorstand der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft und Mitglied im Forum Bildung Digitalisierung, die Zielsetzung hinter der Werkstatt und der Konferenz.

Als Gliederung dienten die Handlungsfelder: Unter den Schlagworten Lernen, Material, Qualifizierung, Steuerung, Netzwerke und Partizipation wurden Herausforderungen besprochen, Ideen entwickelt und Lösungswege ausgetauscht. Zu den Fragen und brennenden Themen bei den Handlungsfeldern haben wir uns bei den Gastgebern der Themeninseln umgehört:

Das Programm der Konferenz Bildung Digitalisierung war vielgestaltig, umfangreich und interaktiv – und die Themen sind noch lange nicht erschöpft. Viele Teilnehmende haben uns nach der Konferenz geschrieben, dass sie neue Ideen, Inspiration und Motivation gewinnen konnten, um die Bildung im digitalen Wandel mitzugestalten. Wir hoffen, dass wir diese neuen Impulse und daraus erwachsenen Erfahrungen auf der nächsten Konferenz im Herbst 2018 wieder bündeln, in Austausch bringen und für andere Schulen fruchtbar machen können. In diesem Sinne, war die Konferenz Bildung Digitalisierung der Start in ein neues Jahr des Dialogs, des Netzwerkens und der Schulentwicklung – digital natürlich.


Dokumentation einzelner Vorträge

Eröffnung der Konferenz durch Olaf Köster-Ehling, Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft

Keynote von Dr. Jörg Dräger, Bertelsmann Stiftung

Beitrag von Schülerinnen und Schülern: Mit uns bestimmt


Material zum Download

Präsentationen zu einzelnen Programmpunkten

Pecha Kucha: Einblicke in die Werkstatt schulentwicklung.digital

 

Mehr, bunter, länger – wie Schule Digitalisierung für sich nutzen kann.
Dr. Jörg Dräger, Bertelsmann Stiftung

Zunehmende Schülerzahlen, immer vielfältigere Klassen und mehr Lernzeit im Ganztag fordern das deutsche Schulsystem organisatorisch wie pädagogisch heraus. Praxisnahe Beispiele verdeutlichen, warum digitale Technologien Teil der Lösung sind und bessere individuelle Förderung ermöglichen. Jörg Dräger zeigt in seiner Keynote, wie Schule auch hierzulande die Chancen der Digitalisierung für strategische Unterrichts- und Schulentwicklung nutzen kann.

Weg mit Widerständen – Schule unterwegs ins digitale Zeitalter.
Prof. Dr. Thomas Knaus, Frankfurter Technologiezentrum [:Medien] – FTzM

Wandel vollzieht sich selten ohne Widerstand – und so treffen auch Schulen auf dem Weg ins digitale Zeitalter häufig sowohl auf äußere Hürden wie auch auf manchen Widerwillen und tradierte Ressentiments der beteiligten Akteurinnen und Akteure. Thomas Knaus ist Wissenschaftlicher Direktor am FTzM, engagiert sich in der universitären Lehrendenbildung, im Bundesvorstand der GMK, der GI und im Lenkungskreis der Initiative KBoM. Er beleuchtet in seinem Impuls diese Hürden und Widerstände und berichtet aus seinen Forschungsprojekten in und mit Schulen von Möglichkeiten, wie aus dem „Weg mit Widerständen“ ein „weg mit Widerständen“ werden kann.

Welche Fortbildungsformate und Qualifizierungskonzepte – von niederschwellig bis allumfassend – gibt es?
Input Wissenschaft im Handlungsfeld Qualifizierung

Prof. Dr. Christian Filk, Europa-Universität Flensburg

Drei Thesen zur Qualifikation zur digitalen Bildung bzw. zum digitalen Lernen:
1. Sie sollte situiert sein: von den konkreten Bedürfnissen und Herausforderungen vor Ort ausgehend.
2. Sie sollte partizipativ sein: alle Verantwortlichen, Beteiligten und Betroffenen mitnehmen.
3. Sie sollte adaptiv sein: sie zielt darauf ab, Routinen zielgerichtet in der Praxis zu verändern.

Wie organisiert man eine Schule, die komplett in Teams funktioniert?
Input aus der Praxis im Handlungsfeld Steuerung

Christian Radke, Neue Oberschule Gröpelingen (Bremen) und Monika Steinhauer, Oberschule im Park (Bremen)

Am Beispiel von zwei Bremer Oberschulen wird dargestellt, wie Teamstrukturen Schulentwicklungsprozesse effektiv unterstützen können. Es werden die Rahmenbedingungen für gelungene Teamarbeit beschrieben, verbunden mit einer veränderten Schul- und Kommunikationskultur im digitalen Wandel.


Die Handlungsempfehlungen aus der Werkstatt schulentwicklung.digital

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Im Bild: Handlungsfelder der Werkstatt schulentwicklung.digital

Die Icons zu den Handlungsfeldern können Sie hier herunterladen. Sie stehen unter der CC BY-NC 4.0 Lizenz und können unter Namensnennung für nichtkommerzielle Zwecke genutzt und bearbeitet werden.

#Lernen

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#Material

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#Qualifizierung

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#Steuerung

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#Netzwerke

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#Partizipation

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#Technik

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