Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz liegen in der oberen Gruppe des Ländervergleichs. Nachzügler sind Schleswig-Holstein, Berlin, Sachsen und das Saarland. (Bild: Deutsche Telekom Stiftung)

Länderindikator 2017: Wie bewerten Lehrkräfte das Lernen mit digitalen Medien in ihren Schulen?

Im Rahmen der Zeit Konferenz Schule & Bildung stellte die Deutsche Telekom Stiftung in Berlin die Ergebnisse aus dem Länderindikator 2017 vor, der bundesländerbezogene Informationen zur aktuellen Situation der digitalen Bildung in Deutschland liefert.

Die Lehrkräfte in Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz bewerten das eigene Lehren und Lernen mit digitalen Medien deutlich besser als ihre Kollegen in den übrigen 13 Bundesländern. Das ist eines der Ergebnisse von „Schule digital – Der Länderindikator 2017“. Die Untersuchung, die am Institut für Schulentwicklungsforschung der Technischen Universität Dortmund im Auftrag der Deutsche Telekom Stiftung 2017 zum dritten und vorerst letzten Mal erstellt wurde. Hessen und Rheinland-Pfalz liegen wie im Vorjahr in der oberen Gruppe des Ländervergleichs. Hinzugekommen ist hier Bayern. Die untere Gruppe setzt sich zusammen aus Schleswig-Holstein, Berlin, Sachsen und dem Saarland. Alle übrigen Länder sind in der Mittelgruppe. Basis der Studie ist eine repräsentative Befragung von rund 1.200 Lehrkräften weiterführender Schulen.

„Angesichts der Bedeutung, die die MINT-Fächer für die Digitalisierung haben, bleiben diese Ergebnisse hinter den Bildungsnotwendigkeiten leider zurück“, sagt Professor Dr. Wolfgang Schuster, Vorsitzender der Telekom-Stiftung. „Gerade die MINT-Lehrkräfte könnten stärker dazu beitragen, die digitalen Möglichkeiten mehr und mehr für das Lehren und Lernen zu nutzen. Dazu brauchen sie aber auch die entsprechenden Rahmenbedingungen, sei es ein Lehramtsstudium, das die digitalen Medien von Beginn an integriert, sei es ein Medienentwicklungsplan, der in jeder Schule erarbeitet wurde und die Fortbildung der Lehrer integriert, sei es die Verfügbarkeit digitaler Medien für die verschiedenen Unterrichtsfächer, eine ausreichende technische Ausstattung und Verfügbarkeit bis hin zu einer Schulleitung, die diese Aufgaben aktiv gestaltet.“

Erarbeitet wurde die Studie von Wissenschaftlern der Technischen Universität Dortmund unter der Leitung von Professor Dr. Wilfried Bos. Er betont: „Über die mittlerweile drei Jahrgänge des Länderindikators hinweg konnten wir einen positiven Trend in der Nutzungshäufigkeit digitaler Medien verzeichnen. Der aber ist und bleibt leider viel zu schwach. Auch der Bewertung der Lehrkräfte von zentralen Aspekten wie ihrer technischen und pädagogischen Unterstützung sollten alle, die das Thema voranbringen wollen, Beachtung schenken – gerade in Zeiten eines Ausbauvorhabens wie dem Digitalpakt Schule.“

Der Länderindikator 2017 hat erneut alle vier Bereiche des vergangenen Jahres untersucht: Ausstattung und Konzepte, Nutzung digitaler Medien, Computerkenntnisse der Schüler und Kompetenzen der Lehrkräfte. Hinzu kam in diesem Jahr der Schwerpunkt „Digitale Medien in den MINT-Fächern“.

Die Ergebnisse und weitere Informationen zum Länderindikator 2017 finden Sie unter telekom-stiftung.de.