(Bild: Katja Anokhina / Forum Bildung Digitalisierung)

ExpertInnenworkshop zum Orientierungsrahmen

Der Orientierungsrahmen „Gute Schule in der digitalen Welt“ entsteht in enger Kollaboration

Einige Fachleute aus Wissenschaft und Praxis haben sich auf Einladung des Forum Bildung Digitalisierung am 12. Oktober 2018 zu einem ExpertInnenworkshop in Berlin versammelt. Gemeinsam haben sie den Entwurf für einen Orientierungsrahmen „Gute Schule in der digitalen Welt“ sowie ergänzende Unterstützungsangebote für Schulen diskutiert und weiterentwickelt.

Schulentwicklung in der digitalisierten Welt

Der Orientierungsrahmen beruht auf den Ergebnissen der Werkstatt schulentwicklung.digital 2017 und wird gemeinsam mit zahlreichen zivilgesellschaftlichen Organisationen erstellt. Mit dem ExpertInnenworkshop konnten noch einmal wichtige Anregungen und Ergänzungen für seine Weiterentwicklung gesammelt werden. Im Fokus der Diskussion stand die Frage, wie Schulentwicklung in der digitalisierten Welt unterstützt werden kann. Dass eine solche Unterstützung notwendig ist, bestätigten alle ExpertInnen. Sie bestärkten unser Team vom Forum Bildung Digitalisierung auch darin, eine Vision für eine neue Lernkultur zu beschreiben.

Schulen als lernende Organisationen

Anhand von Qualitätsmerkmalen möchte der Orientierungsrahmen zentrale Handlungsfelder der Schulentwicklung in der digitalisierten Welt skizzieren. Digitale Medien sollen dabei nicht als isoliertes Thema betrachtet werden, sondern werden als Teil von ganzheitlichen Schulentwicklungsprozesse beschrieben. So geht es beim Qualitätsmerkmal „Lernende Organisation“ um grundlegende Veränderungen der Organisationskultur, welche zur Umsetzung des schulischen Bildungsauftrags in der digitalisierten Welt erforderlich sind. Ein Aspekt in diesem Zusammenhang ist beispielsweise die Notwendigkeit der Zusammenarbeit von schulischer und außerschulischer Bildungspraxis.

Neben den Veränderungen in der Organisation des Bildungsraums Schule, bietet die digitalisierte Welt weitreichende Chancen und Herausforderungen für die Aufgaben schulischer Bildungsarbeit. Weitere Qualitätsmerkmale des Orientierungsrahmens gehen daher auf eine inklusive Lernkultur im digitalen Zeitalter, auf soziale Beziehungen sowie auf die Veränderung des Wissenserwerbs oder der Leistungsbeurteilung ein.

Unterstützungsangebote des Forum Bildung Digitalisierung

Gemeinsam mit den Expertinnen und Experten wurde weiterhin diskutiert, wie der Orientierungsrahmen in der Praxis umgesetzt werden könnte. Dabei soll der Orientierungsrahmen mit unterstützenden Materialien für schulische Entwicklungsvorhaben und die Prozessgestaltung ergänzt werden.. Dazu sollen unter dem Titel “Schulentwicklungsbausteine” Leitfäden erarbeitet, Checklisten zusammengestellt und Praxisbeispiele beschrieben werden. Der kollaborative Arbeitsansatz des Forum, Produkte gemeinsam mit Bildungspraktikern aus Schulen und anderen Organisationen zu entwickeln, stellt sich dabei als besondere Stärke heraus. Auch anregende, vielleicht sogar provozierende Fragestellungen können dazu beitragen, Reflexionen anzuregen und so die Initiierung und Umsetzung von Entwicklungsprozessen zu befördern, war ein Hinweis der Expertinnen und Experten bei dem Workshop . Diese Überlegung wird besonders in der Entwicklung eines Tools zur Selbstevaluation berücksichtigt.

Der Orientierungsrahmen wird auf der Konferenz Bildung Digitalisierung 2018 am 16. November öffentlich vorgestellt und dort mit den Teilnehmenden weiter diskutiert. Ab Anfang 2019 werden dann die Veröffentlichungen von Schulentwicklungsbausteinen folgen.

Orientierungsrahmen „Gute Schule in der digitalen Welt”

Der Orientierungsrahmen richtet sich an alle Personen, die den digitalen Wandel von Schule und Bildung in Politik, Verwaltung und der Schulpraxis gestalten, die sich einen Überblick über das große Ganze verschaffen wollen, die gute und zielführende Wege für den Transformationsprozess suchen und die sich für die Entwicklung zeitgemäßer Schulen inspirieren lassen möchten.

Weitere Informationen zum Orientierungsrahmen.

Liste der ExpertInnen

  • Dr. Berit Baeßler (Wissenschaftliche Mitarbeiterin, mmb Institut Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung),
  • Dr. Guido Bröckling (Leiter der Geschäftsstelle Berlin, JFF - Institut für Medienpädagogik),
  • Prof. Dr. Birgit Eickelmann (Lehrstuhl für Schulpädagogik, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Paderborn),
  • Prof. Dr. Thomas Häcker (Erziehungswissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Schulpädagogik und empirischen Bildungsforschung, Universität Rostock)
  • Prof. Dr. Bardo Herzig (Allgemeine Didaktik und Schulpädagogik/Medienpädagogik, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Paderborn),
  • Cornelia von Ilsemann (Programmteam, Deutsche Schulakademie),
  • Dr. Heike Schaumburg (Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Erziehungswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin),
  • Maike Schubert (Schulleiterin, Freiherr-vom-Stein-Schule Neumünster)

 

Autor: Marvin Kornbrust