Dr. Nils Weichert, Dr. Doris Hellmuth und Oliver Kaczamerek diskutieren in der telegraphen_lounge. (Foto: Philipp Schulz / Forum Bildung Digitalisierung)

Berlin – ExpertInnen aus dem Bildungsbereich diskutierten in der telegraphen_lounge von Deutsche Telekom zum Thema „Schule Digital – Heilsbringer DigitalPakt?“.

Mit dabei waren Dr. Doris Hellmuth, Schulleiterin des John-Lennon-Gymnasium Berlin. Für die Politik äußerte sich Oliver Kaczmarek, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und stellvertretend für die zivilgesellschaftlichen Akteure im Feld sprach, Dr. Nils Weichert, Vorstand des Forum Bildung Digitalisierung. Moderiert wurde die Diskussion von Volker Wieprecht.

Hellmuth monierte zum Auftakt die „zu dicken Schulwände“, die kein WLAN-Signal durchlassen und von „abgelenkten Schülerinnen und Schülern“, die durch ständige Erreichbarkeit digitaler Medien verunsichert seien. Weichert machte deutlich, dass es „keine allgemeingültige Lösung“ für Schulen gäbe, um sich dem digitalen Wandel zu nähern. Deshalb bräuchte es landes- und schulspezifische Lösungen, um Digitalisierung anzuschieben. Zustimmung kam von Oliver Kaczmarek. Er sieht die „Länder in der Verantwortung“ und den Digitalpakt lediglich als „eine Teillösung für Bildung in der digitalen Welt.“

Hellmuth ist es ein Anliegen, die Schülerinnen und Schüler auf eine digitale Zukunft vorzubereiten. Im Folgenden gab sie klare Beispiele für die notwendigen neuen Denkmuster: „Was nützt das Auswendiglernen, wenn jede Antwort über eine Suchmaschine in Sekunden zur Verfügung steht?“ Vielmehr müsse sich das Lehren und Lernen ändern. Weichert pflichtete der Schulleiterin bei und forderte gut ausgebildete Lehrkräfte für die digitale Welt, sowie geeignete Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, um Digitalisierung nicht mehr nur als Zusatzaufgabe zu betrachten.

Festzuhalten bleibt: Es gibt zu viele Diskussionen um die technische Infrastruktur, während die eigentlichen Schwierigkeiten ganz woanders liegen. Denn was nützt das modernste Gerät, wenn es kein Konzept für die Nutzung gibt

Text: Rouven Brunnert