Medienscouts an der Gesamtschule Xanten-Sonsbeck sind bei technischen Problemen Ansprechpartner und übernehmen so Verantwortung. (Foto: Anja Reiter / Forum Bildung Digitalisierung)

Gesamtschule Xanten-Sonsbeck

Vertrauen und Verantwortung

Digitale Medien haben die Beziehung zwischen Schülern, den sogenannten „digital natives“, und Lehrern grundlegend verändert – zum Positiven, wie die Leitung der Gesamtschule Xanten-Sonsbeck (GeXaSo), gerne betont: „Für uns ist es eine ganz besondere Bereicherung! Wir Erwachsenen hinken einfach immer hinterher, wenn es um digitale Technik geht und deshalb lernen wir gerne von den Schülerinnen und Schülern. Unsere Aufgabe ist es dann, die jungen Menschen in ihrer Wirksamkeit zu unterstützen.“ Deshalb hat sich die Schulleitung seit der Gründung der Gesamtschule als Medienschule 2013 für den Einsatz der digitalen Technik eingesetzt. Dadurch hätte sie zum einen mehr Zeit für persönliche Gespräche im Unterricht, zum anderen seien daraus gegenseitiger Respekt und Vertrauen erwachsen, die das Klima an der Schule positiv beeinflussten.

Vertrauen – das ist die eine Säule, auf der die GeXaSo ihr Medienkonzept aufbaut. „Wir sind zu der Erkenntnis gekommen, dass unsere Bemühungen um Kontrolle hinfällig sind, wenn wir nicht auf der Grundlage von Vertrauen arbeiten“, erklärt die Schulleitung die Haltung des Kollegiums. Dies gilt vor allem für den Unterricht ab der siebten Klasse. Ab diesem Zeitpunkt dürfen die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Endgeräte für den Unterricht nutzen, da eine 1-zu-1-Ausstattung finanziell nicht möglich ist. Die Lehrkräfte müssen sich also darauf verlassen können, dass die Jugendlichen die Medien sinnvoll einsetzen. Damit dies gelingt, setzt die GeXaSo von Anfang an auf die Vermittlung von Medienkompetenz: In den Jahrgängen 5 und 6 gehören eine Doppelstunde Informatik sowie der Erwerb des Medienpasses für alle Schülerinnen und Schüler zur Grundausbildung.

Medienscouts im Einsatz

Die zweite Säule, auf die die Schulleitung baut, ist Verantwortung. „Mit diesen zwei Grundhaltungen – Vertrauen und Verantwortung – können wir Lernprozesse gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern gestalten“, so die Schulleitung. Das beste Beispiel, dass dies gelingt, sind die Medienscouts der Gesamtschule. Sie sind zum einen Ansprechpartner für Mitschüler und Lehrkräfte bei technischen Problemen. Sie übernehmen den „first level Support“, arbeiten aber gleichzeitig eng mit der externen Firma WMS zusammen, die für das Funktionieren der Hardware verantwortlich ist und den „end level Support“ übernimmt, wie der Informatiklehrer der GeXaSo, Christian Hauk, erklärt.

Zum anderen beteiligen sich die Medienscouts an der Beratung und Schulung zu Themen wie Urheberrecht, Selbstdarstellung im Netz oder Persönlichkeitsrechte. Für eine bessere Aufklärung erstellen sie Kurzfilme, Flyer und Podcasts für alle Jahrgänge und stehen immer donnerstags für persönliche Gespräche zur Verfügung. Und zu guter Letzt sind Medienscouts verantwortlich für die Hardware-Ausleihe an der Schule. Schülerinnen und Schüler, die kein eigenes Endgerät haben, können sich in jeder Pause die gewünschte Hardware ausleihen, indem zunächst das entsprechende Gerät und dann der Medienausweis des Schülers eingescannt wird. „Die Einführung der Medienscouts 2008 war ein Meilenstein zum jetzigen Supportdienst – technisch und pädagogisch“, sagt die Schulleitung rückblickend. „Die Zusammenarbeit aller Ebenen, die offene Kommunikation und das Wissen – ich werde unterstützt! – hilft jedem, keine Hemmungen bei Problemen, wie auch Neuerungen zu haben.“

Text: Laura Millmann