Andreas Schleicher beschreibt in seinem Gastbeitrag den Epochenbruch im Zeitalter der Digitalität und Künstlichen Intelligenz. Er zeigt auf, wie wir Schule und Bildung zwischen wachsender Unsicherheit und neuen Möglichkeit weiterentwickeln müssen.
Die Lehrerin Kristin van der Meer und Schulleiterin Wenke Funke erklären im Interview, wie KI den Unterricht verändert, Lerndaten sinnvoll genutzt werden und wo ethische Grenzen gezogen werden müssen.
Lea Schulz beleuchtet in ihrem Gastbeitrag wie, dass KI Teilhabe und Chancengerechtigkeit unterstützt, warnt aber zugleich vor dem wachsenden AI Divide.
Im Januar 2026 startete das EdTech Policy Lab. Das Projekt will die Kommunikation zwischen Politik, Bildungsverwaltung und Akteur:innen der digitalen Bildungswirtschaft unterstützen und dafür strukturierte Dialogräume anbieten - denn gerade in Deutschland ist diese Verständigung herausfordernd.
Der Schulversuch Universitätsschule Dresden erprobt und erforscht seit der Schulgründung 2019, wie eine Schule der Zukunft aussehen kann. Mit großer Kreativität wird Schulorganisation von den individuellen Lernwegen aller Schüler:innen aus gedacht. Möglich wird dies auch durch den Einsatz digitaler Werkzeuge.
Offene Türen und ein KI-Führerschein ab Klasse 6: Die Freiherr-vom-Stein-Schule in Immenhausen denkt Schule seit einigen Jahren neu. Als ChatGPT erschien, traf die Technologie auf eine Schule, die Veränderung bereits eingeübt hatte.
Künstliche Intelligenz entwickelt sich zu einem immer leistungsstärkeren Assistenzsystem und verschiebt damit die Rolle des Menschen vom Ausführenden zum Steuernden. Was bedeutet das für die Schule als Organisation und die schulische Bildung? AI Leadership entwickelt sich dabei zur zentralen Zukunftskompetenz und der Transfer ins Schulsystem ist unabdingbar.
Pauschale Verbote oder freier Zugang? Beides greift zu kurz. Ob digitale Medien die Entwicklung junger Menschen fördern oder belasten, entscheidet das Zusammenspiel von digitaler Umwelt, sozialem Umfeld und individuellen Kompetenzen – und damit auch die Schule.
Berufsorientierung funktioniert immer seltener über feste Berufsbilder. In einer Arbeitswelt, die unter anderem durch Künstliche Intelligenz (KI) und Globalisierung beweglicher wird, brauchen Schüler:innen mehr als Informationen über Berufe: Sie brauchen Orientierung in Zeiten schneller Veränderungen sowie ein Gefühl für ihre Kompetenzen und Interessen.
Weil seine Arbeitsbelastung zu groß wurde, begann Schulleiter Pavle Madzirov von der Sekundarschule am Biegerpark in Duisburg, mit KI zu arbeiten. Heute prägt sie den Alltag seiner gesamten Schule. KI-bezogene Schulentwicklung ist für ihn vor allem eines: eine Frage der Haltung.
Andreas Schleicher beschreibt in seinem Gastbeitrag den Epochenbruch im Zeitalter der Digitalität und Künstlichen Intelligenz. Er zeigt auf, wie wir Schule und Bildung zwischen wachsender Unsicherheit und neuen Möglichkeit weiterentwickeln müssen.
Wie können Schulleitungen in der Gestaltung ihrer digitalen Schulentwicklungsprozesse wirksam und nachhaltig unterstützt werden? Der Beitrag beleuchtet zentrale Erfolgsfaktoren wirksamer Qualifizierungen für schulische Führungskräfte auf Basis der Erfahrungen mit der Schulleitungsqualifizierung BD und der Erkenntnisse einer wissenschaftlichen Begleitforschung.
Sechs Monate lang reiste Alexander Brand durch Finnland, Estland, Japan und Singapur, besuchte rund 30 Schulen, beobachtete Unterricht und sprach mit Lehrkräften, Forschenden und Bildungspolitik. Im Interview erklärt er, warum digitale Transformation weit mehr ist als Technik und welche Schritte Deutschland jetzt dringend gehen müsste.
Schulleitungen brauchen keine Technikexpert:innen zu sein, um ihre Schule erfolgreich durch die digitale Transformation zu führen. Digitale Kompetenzen und technisches Wissen der Leitung sind ohne Frage hilfreich, entfalten ihre Wirkung im schulischen Transformationsprozess jedoch eher indirekt. Einen direkten Einfluss nehmen Schulleitungen dagegen dort, wo sie ihr Rollenverständnis reflektieren, eine offene Haltung gegenüber neuen Technologien einnehmen, unterstützend handeln und aktiv an geteilten Sichtweisen zwischen Leitung und Kollegium arbeiten.
ComPleTT ist mittlerweile die zentrale Plattform zur länderübergreifenden Zusammenarbeit in der Lehrkräfteweiterbildung und in allen 16 Bundesländern verfügbar. Auch das Forum Bildung Digitalisierung stellt den Kurs „Standortbestimmung und Visionsentwicklung” auf ComPleTT zur Verfügung. Mit-Initiator der Plattform Joachim Dieterich erklärt, was die Plattform alles kann und für wen sie konzipiert wurde.
Wie kann schulische Inklusion im digitalen Wandel gelingen? Das Universal Design for Learning bietet einen Rahmen, Lernräume so zu gestalten, dass alle Lernenden Zugang haben. Künstliche Intelligenz kann dabei unterstützen, wenn sie pädagogisch verantwortet eingesetzt wird.
Lea Schulz beleuchtet in ihrem Gastbeitrag wie, dass KI Teilhabe und Chancengerechtigkeit unterstützt, warnt aber zugleich vor dem wachsenden AI Divide.
Die Lehrerin Kristin van der Meer und Schulleiterin Wenke Funke erklären im Interview, wie KI den Unterricht verändert, Lerndaten sinnvoll genutzt werden und wo ethische Grenzen gezogen werden müssen.
Um selbstbestimmt handeln zu können, sollten Kinder und Jugendliche früh Verantwortung für ihre Lebenswelt übernehmen. Fake News und Desinformation sind dabei ständige Begleiter des Aufwachsens. Das rückt die Schule in die Verantwortung, demokratische Prozesse zu ermöglichen und gleichzeitig Resilienz und Nachrichtenkompetenz in einer Kultur der Digitalität zu stärken. Digitale und soziale Medien bieten spezifische Chancen und Herausforderungen für die Demokratiebildung.
Für eine erfolgreiche digitale Transformation in Schulen braucht es mehr als technisches Wissen. Alle Beteiligten – Schüler:innen, Lehrkräfte, Schulleitungen und Bildungsverwaltungen – müssen digitale Werkzeuge sinnvoll und selbstbestimmt nutzen können. Die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte und die Prüfungskultur müssen weiterentwickelt werden. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie junge Menschen dazu befähigt werden können, ihre Zukunft unter den Bedingungen der Digitalität selbst zu gestalten.
In der digitalen Transformation ordnen sich Zuständigkeiten und Rollenbilder zwischen Schulaufsicht, Schulträger und schulischen Verantwortlichen neu. Diese Akteure haben die Aufgabe, sich neuen Formen der Kooperation und geteilten Visionen für Schule in einer Kultur der Digitalität zu widmen. Daten können dabei Gesprächsanlässe bieten, um die Zielerreichung kontinuierlich gemeinsam zu überprüfen.
Der Anspruch, sich in einer Kultur der Digitalität selbstbestimmt und reflektiert zu bewegen, stellt hohe Anforderungen an alle Beteiligten des Schulsystems: Schüler:innen und Lehrkräfte müssen die nötigen Fähigkeiten erwerben, Verwaltung und Politik passende Rahmenbedingungen dafür schaffen.
Generative KI durchdringt zunehmend den Lernalltag an Schulen und stellt Lehrkräfte vor fachdidaktische und pädagogische Herausforderungen. Wer praxisorientiert die Potenziale, Grenzen und Gefahren auslotet, kann das Lernen mit, über und ohne KI aktiv mitgestalten und Lernprozesse mit KI als Feedback-System, Tutor oder Sparringspartner erproben. Ein Beispiel aus dem Geschichtsunterricht.
Künstliche Intelligenz hat zunehmend auch Einfluss auf die Lebenswelt von Kindern im Grundschulalter. Das wirft die Frage auf, ob ihnen in der Schule bereits basale KI-Kompetenzen vermittelt werden sollten. Es ist an der Zeit, dass Grundschulen sich auf diese Entwicklungen einrichten – sowohl in ihrer Führungskultur als auch bei der Professionalisierung der Lehrkräfte.
Der Navigator Bildung Digitalisierung (Navigator BD) verspricht Orientierungsimpulse für alle Akteur:innen im Schulsystem – von den Schulen über die Schulträger bis zu Bildungsinitiativen. Wie groß ist das Transferpotenzial des Navigator BD für die Schulpraxis und -verwaltung? Wo wird aktuell schon mit ihm gearbeitet? Eine Deutschlandreise in drei Stationen.
Wie demokratisch ist Schule wirklich – und wie können Schüler:innen mehr mitbestimmen? Bob Blume, Lehrer, Autor und Bildungsinfluencer, spricht mit Gabriel Brommer vom Beteiligungsprojekt Generation BD über Scheindemokratie im Klassenzimmer, echte Teilhabe und Schule als Gemeinschaftsprojekt.
2021 startete das Schulleitungsqualifizierungsprogramm des Forum Bildung Digitalisierung mit einer Auftaktveranstaltung an der Akademie für Innovative Bildung und Management Heilbronn-Franken, kurz aim. Seitdem wurde die Qualifizierung in fast alle Bundesländer getragen – mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Drei Beteiligte erzählen, was die Qualifizierung an ihrer Schule bewirkt hat.
KI an Grundschulen weckt oft Befürchtungen: Droht Kindern Unterricht per „halluzinierendem Chatbot“? Doch was, wenn KI nicht Problem, sondern Lösung ist? Von individueller Förderung bis zur Kommunikation mit mehrsprachigen Familien – Künstliche Intelligenz eröffnet neue Chancen. Es lohnt sich, genauer hinzusehen, wie KI die Grundschule bereichern kann.
Wie groß ist das Transferpotenzial des Navigator Bildung Digitalisierung (Navigator BD) für die Wissenschaft? Die Bildungsforscherinnen Anne Sliwka und Britta Klopsch erklären im Interview, wo aus ihrer Sicht die Stärken der Publikation liegen – und welche Potenziale der Navigator BD für die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und schulischer Praxis hat.
Schüler:innen können das Bildungssystem erstaunlich wenig mitgestalten. Mehrere Initiativen aus ganz Deutschland wollen das ändern – und forcieren die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei schulischen Entwicklungsprojekten. Was sind die Gelingensbedingungen erfolgreicher Partizipation von Schüler:innen?
Freie Schulen in Baden-Württemberg haben zwischen April und Dezember 2024 im Rahmen eines Thinktanks grundlegende Fragen zum Thema KI im Bildungskontext diskutiert und – soweit möglich – für sich geklärt. Aus den Ergebnissen lassen sich Empfehlungen für konkretes Führungshandeln auf Ebene der Schulleitungen und der Schulträger ableiten. Das Evangelische Schulwerk in Baden und Württemberg setzt diese Empfehlungen jetzt konkret für seine Mitgliedsschulen um.
Wie erleben Schulleitungen die Digitalisierung, was ist schon Realität, was noch Wunschdenken? Die von Wolters Kluwer durchgeführte „Zukunftsstudie Schulmanagement – Digitalisierung im Schulleitungsalltag“ wirft jährlich einen Blick in den Alltag von Schulleitungen. Auch Schulträger bringen hier ihre Perspektive auf die Herausforderungen von Schulleitungen ein. Für die aktuellen Befragungszeitraum 2024 zeigt die Studie, dass sich Schulleitungen weiterhin mit großem Engagement bei der Digitalisierung ihrer Schulen professionalisieren. Allerdings fehlen ihnen geeignete digitale Tools für ihre Leitungsaufgaben, insbesondere der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) wird als Entlastungschance wahrgenommen.
Seitdem im Jahr 2022 OpenAIs Chatbot ChatGPT auf den Markt kam, ist Künstliche Intelligenz das Megathema in der Bildungslandschaft. Auch die Lehrkräftefortbildung ist gezwungen, eingetretene Pfade zu verlassen und neue Kompetenzen anzubahnen. Im Doppelinterview sprechen Anika Limburg und Alina Kissner-Schmidt darüber, was Fortbildner:innen selbst dafür können müssen, welche Formate erfolgversprechend sind – und warum es mehr denn je auf die Lehrkräfte ankommt.
Künstliche Intelligenz verändert die Prüfungskultur. Doch wie können Prüfungsformate KI nicht nur regulieren, sondern auch lernförderlich einbinden? Im Interview erklärt Mittelschullehrer und Schulentwicklungsmoderator Joscha Falck, warum Prüfungen angepasst werden müssen, welche Kompetenzen Schüler:innen brauchen und welche schulpraktischen Beispiele bereits existieren.
Die Verbreitung wissenschaftlich fundierter Innovationen im Bildungssystem hat in Zeiten der digitalen Transformation eine große Bedeutung. Im Doppelinterview sprechen der Bildungsforscher Christian Reintjes und die Lehrerin und Fortbildnerin Britta Kölling über Lehren aus großen Transferprojekten, Gelingensbedingungen für Transfer und Potenziale von EdTechs und Zivilgesellschaft.
Eine enge Zusammenarbeit von Schulen, Schulträgern und Schulaufsichten gilt als eine der Gelingensbedingungen für effektive Transformationsprozesse im Bildungssystem. Visionen aus den drei Ebenen weisen den Weg zu einer zukunftsfähigen Kooperation in einer Kultur der Digitalität.
In einer Welt, in der Informationen jederzeit und überall verfügbar sind, stehen Lehrkräfte vor einer entscheidenden Herausforderung: Ihre Schüler:innen müssen lernen, mit der riesigen Menge an Informationen umzugehen. Die Vermittlung von Informationskompetenz und Critical Thinking ist entsprechend essenziell. Eine Forschungsgruppe hat Studien aus der internationalen Bildungsforschung ausgewertet, in denen das Prüfen und Beurteilen von Informationen und die dafür verwendeten digitalen Tools untersucht wurden.
Die Ministerin für Bildung und Kultur des Saarlandes Christine Streichert-Clivot hat die Partizipation von Kindern und Jugendlichen an schulischen Transformationsprozessen zu einem Kernanliegen der KMK-Präsidentschaft 2024 gemacht. Anlässlich der Fachtagung „Dimension Digitalisierung – Schüler:innen in der Transformation stärken“ spricht sie mit dem neuen Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz Fabian Schön darüber, wie das gelingen und wie die Politik dabei unterstützen kann.
Die digitale Transformation im Bildungsbereich erfordert eine systematische Beobachtung und Kontrolle. Doch wie kann ein solches Monitoring aussehen? Auch dieser Frage hat sich der Navigator BD gewidmet. Ko-Autor Kai Maaz erklärt im Interview, welche Möglichkeiten zum Monitoring die aktuelle Studienlage bietet und wie der Navigator BD dabei unterstützen kann.
Wie steht es um den Digital Divide in Deutschland? Der Navigator BD beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Aspekten der Bildungsgerechtigkeit. Die wissenschaftliche Ko-Leitung Julia Gerick teilt die wichtigsten Erkenntnisse zu aktuellen Studienergebnissen und erklärt, wie Bildungsgerechtigkeit in Zukunft besser mitgedacht werden kann.
Micha Pallesche, Schulleiter der Ernst-Reuter-Gemeinschaftsschule in Karlsruhe, ist sich sicher: Veränderungen an Schulen können nur gemeinschaftlich erfolgen. Im Interview teilt er seine Erfahrungen mit partizipativen Veränderungsprozessen an Schulen – und reflektiert, wie der Navigator BD künftig bei Transformationsprozessen helfen kann.
Der Waiblinger Schüler Gabriel Brommer (18) setzt sich seit Jahren dafür ein, dass die Positionen von jungen Menschen zur schulischen Transformation Gehör finden. Im Interview spricht er über die Erfolgsfaktoren von gelungenen Partizipationsprojekten im Bildungsbereich – und über seinen Blick auf den Navigator BD.
Vielfach wird eine tiefgreifende digitale Transformation des schulischen Bildungssystems gefordert, doch was ist darunter zu verstehen und wo steht diese aktuell? Der Navigator BD liefert eine datenbasierte und systematische Standortbestimmung. Birgit Eickelmann, Professorin für Schulpädagogik an der Universität Paderborn, hat das Projekt wissenschaftlich geleitet und spricht im Interview über dessen Entstehungsgeschichte.
21 verschiedene Themenfelder identifizierte das wissenschaftliche Autor:innen-Team hinter dem Navigator BD auf Basis des aktuellen Diskurses über die digitale Transformation im schulischen Bildungsbereich in Deutschland – von Adaptivität bis Resilienz. Uta Hauck-Thum erklärt im Interview, wie das Team bei der Konzeptionierung vorgegangen ist.
Wir erleben momentan eine Zeit vieler Transformationsprozesse. Gesellschaft verändert sich. Lernen verändert sich. Und auch Schule steht vor der Aufgabe, sich zu verändern, Entwicklungen aufzugreifen und junge Menschen zu befähigen, in dieser transformativen Zeit Verantwortung für sich selbst, für andere und die Welt zu übernehmen. Das im Rahmen von „UnLearn School“ entworfene Entwicklungsmodell für den Lernkulturwandel zeigt fünf zentrale Dimensionen und Entwicklungsgrade auf diesem Weg zum Lernen der Zukunft auf.
Im April ging es für Schulleiter Micha Pallesche aus Karlsruhe zum International Summit on the Teaching Profession (ISTP) 2024 nach Singapur. Wie sieht die Schulpraxis in dem kleinen Stadtstaat aus – und was kann Deutschland in Sachen digitaler Transformation von dem PISA-Spitzenreiter lernen?
Das Forum Bildung Digitalisierung hat ein Konzept zur digitalisierungsbezogenen Schulleitungsqualifizierung entwickelt, in vielen Bundesländern läuft derzeit die Umsetzung. Ein Blick ins Saarland, nach Sachsen-Anhalt und Bremen zeigt: mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Dabei liegt der Bedarf viel höher als das Angebot. Doch weitere Qualifizierungsrunden sollen folgen.
Wie kann guter Unterricht in einer Kultur der Digitalität aussehen? Inwiefern sollten wir uns von den Warnungen des schwedischen Karolinska-Instituts zu den Gefahren der Digitalisierung an Schulen beirren lassen? Darüber diskutieren Uta Hauck-Thum, Professorin für Grundschulpädagogik und -didaktik, und Florian Nuxoll, Englischlehrer und Mitautor einer Gegendarstellung zum Karolinska-Gutachten.
Künstliche Intelligenz (KI) hat in den letzten Jahren rasche Verbreitung in vielen gesellschaftlichen Bereichen gefunden – mit Ausnahme der Schule. Dort hat erst die niederschwellige und frei zugängliche Chatbot-Anwendung ChatGPT eine breite Diskussion ausgelöst. Dabei genossen KI-bezogene Kompetenzen von Lehrkräften nur wenig Aufmerksamkeit. Zu Unrecht, denn von ihnen wird es abhängen, welchen Stellenwert das Lernen mit und über KI in der Schule erhält.
Digitale Medien gehören in Deutschland immer noch nicht in der Fläche zu den gängigen Lehr- und Lernmitteln. Die fehlende Ausstattung von und die Skepsis an Schulen gegenüber neuen Technologien kritisiert Harrison Krampe, ehemaliger stellvertretender Stadtschulsprecher von Frankfurt am Main. Er wünscht sich ein System Schule, das die Potenziale der digitalen Transformation für die Bildung ausschöpft und allen Schüler:innen gerecht wird.
Mit der digitalen Vernetzungsinfrastruktur für Bildung will die Bundesregierung den Zugang zu digitalem Lernen für alle Altersklassen vereinfachen, vorhandene Angebote bündeln und das Verwalten von Zeugnissen erleichtern. Während die Macher:innen viele Chancen wittern, befürchten Kritiker:innen eine Förderruine. Wo steht das Vorhaben heute?
In Deutschland beeinflusst der familiäre Hintergrund maßgeblich den Bildungserfolg. Wie es Schule gelingen kann, diese enge Verbindung zu lösen und den individuellen Lernbedürfnissen gerecht zu werden, dazu forscht die Bildungswissenschaftlerin Uta Hauck-Thum. Sie empfiehlt, nicht nur die Unterrichtspraxis neu zu denken, sondern auch die Schulentwicklung.
Digitale Räume und Lernumgebungen stellen an Lernende neue sprachliche Anforderungen. Der Auf- und Ausbau entsprechender digitalisierungs- und sprachbezogener Fähigkeiten in den Kompetenzbereichen Lesen, Schreiben, Sprechen und Zuhören muss in der Kultur der Digitalität sinnvollerweise zusammengedacht werden – als Querschnittsaufgabe von Schule und Unterricht.
„Mit meinen Kindern geht das nicht!“, „Meine Klasse braucht klare Strukturen!“ oder „Das überfordert meine Schülerinnen und Schüler!“, Sätze wie diese fallen häufig, wenn es um offene Formen des Unterrichts geht – vor allem an Schulen mit niedrigem Sozialfaktor. Die Schüler:innen könnten mit Freiheiten beim Lernen nun mal nicht umgehen, heißt es dann. Aber bekommen es Kinder aus bildungsnahen Elternhäusern tatsächlich besser hin, ihren Lernprozess weitgehend selbst zu organisieren? Die Schulleiterin einer Hamburger Grundschule schildert ihre Erfahrungen.
Wie und warum wird das Lernen in einer von digitalen Medien geprägten Welt bzw. das Lernen mit Medien in bildungspolitisch initiierten Curricula aufgegriffen? Diese Frage stellen sich Bildungswissenschaftler:innen weltweit. Eine Studie hat die Forschungslage zu diesem Thema in verschiedenen Ländern untersucht.
Der Einsatz von Serious Games in der Bildung für nachhaltige Entwicklung eröffnet spannende Möglichkeiten zur Sensibilisierung und Bewältigung globaler Herausforderungen. Dabei kann das emotionale Erleben im Lernprozess eine wichtige Rolle spielen. Wie dieses Potenzial in der Lehrpraxis umgesetzt werden kann, lässt sich exemplarisch anhand des NEMESIS Game – einem digitalen Spiel zu sozialen Innovationen und den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen – nachvollziehen.
An der IGS Kelsterbach wird Medienbildung großgeschrieben. Schulleiterin Barbara Jühe ist es ein Anliegen, dass ihr Kollegium sich bei aktuellen Themen und Phänomenen auskennt. Um mehr über die Grundlagen und Funktionslogiken von Desinformation zu erfahren, hat sie gemeinsam mit ihrem Kollegium die Online-Kurse von weitklick durchlaufen und schildert im Interview mit Leontine Päßler ihre Erfahrungen.
Im Oktober 2023 hat Ralph Müller-Eiselt das Amt des geschäftsführenden Vorstands des Forum Bildung Digitalisierung von Jacob Chammon übernommen. Im Doppelinterview sprechen die beiden Bildungsexperten über chancengerechte und teilhabeförderliche digitale Bildung, die gelungene Balance aus Zukunftsoptimismus und Risikoabwägung – und darüber, wie eine Kultur des Teilens zwischen Stiftungen gelingen kann.
Mit der Veröffentlichung von ChatGPT im November 2022 ging ein Ruck durchs Bildungssystem. Lernende können nun ihre Hausaufgaben mit ChatGPT erledigen und Lehrende lassen sich fertige Unterrichtsentwürfe erstellen. Aber liegt hier das Potenzial von KI im schulischen Kontext?
Schulklassen in Deutschland werden immer heterogener. Lehrkräfte stehen vor der Herausforderung, alle Schüler:innen auf dem jeweiligen Leistungsstand abzuholen und somit allen gerecht zu werden. Die Kombination aus digital gestütztem und adaptivem Lernen kann dabei helfen.
Historiker:innen neigen dazu, die Bedeutung von Jubiläen zu betonen. Am 30. November 2023 war so ein Tag: Genau ein Jahr zuvor war das KI-Tool ChatGPT vorgestellt worden. Mit diesem Tool liegt eine Technologie vor, die das Potenzial hat, auch den Geschichtsunterricht zu transformieren. Wie dies konkret aussehen könnte, zeigt ein Erfahrungsbericht aus der Praxis.
Schüler:innen aus sozioökonomisch benachteiligten Familien verfügen über geringere digitale Kompetenzen als Gleichaltrige – das belegen Studien immer wieder. Manche Schulen bilden aber eine Ausnahme: Die Bildungsforscherinnen Birgit Eickelmann und Kerstin Drossel von der Universität Paderborn erklären im Interview, was „unerwartbar erfolgreiche Schulen“ auszeichnet.
Welche Bedeutung haben multiprofessionelle Teams für den Ganztag? Und wie kann die Digitalisierung ihre Arbeit erleichtern? Ein Gespräch mit Jan Mohr, Leiter der Medienberatung Schleswig-Holstein, Anna-Maria Seemann, Vorstandsmitglied der Akademie für Ganztagspädagogik, und Lena Zimmer, stellvertretende Schulleiterin der Grundschule Siersburg im Saarland.
Transfer ist präsent in Politik und Wissenschaft, insbesondere im Kontext großer Programme für Schule und Lehrkräftebildung. Die Kompetenzzentren für digitales und digital gestütztes Unterrichten in Schule und Weiterbildung im Kompetenzverbund lernen:digital haben dieses Thema für ihre Arbeit institutionalisiert – mit einer eigenen Transferstelle. Dabei kann der angestrebte Transfer unterschiedlich gestaltet werden, denn mögliche Gelingensbedingungen sind komplex.
Unter dem Thema „Digital unterwegs im Ganztag“ wurde das Programm der Fachtagung am Jahresthema „Qualitative Weiterentwicklung der Ganztagsschule in der Primarstufe“ der KMK-Präsidentschaft ausgerichtet. Die Erfahrungen aus dem Ganztag wurden im Kontext der Digitalisierung betrachtet und im Hinblick auf digitale Schulentwicklungsprozesse diskutiert. Übergeordnetes Ziel war es, eine erfolgreiche Transformation von Schule in der Kultur der Digitalität zu unterstützen. Eröffnet wurde die Fachtagung vom Berliner Staatssekretär für Schulbau und Schuldigitalisierung Dr. Torsten Kühne, der unter anderem darauf hinwies, dass wir die Krisen auch als Chancen begreifen sollten. Die Verzahnung von Digitalisierung und dem Konzept des Ganztags könnten dabei unterstützen, den Unterricht näher an den Bedürfnissen der Individuen auszurichten.
Jedes vierte Kind in Deutschland verlässt die Grundschule, ohne richtig lesen zu können. Der Innovationsforscher Ekkehard Thümler träumt von Schulen, in denen alle Kinder die Basiskompetenzen erwerben – mithilfe von digitalen Systemen. Deshalb hat er gemeinsam mit der Universität Hamburg eine digitale Tutoring-Plattform entwickelt, die Kindern spielerisch beim Lesenlernen hilft.
Wie werden unterrichtliche Lehr- und Lernprozesse unter den Bedingungen der Digitalität an organisational resilienten Schulen in Deutschland gestaltet? Dieser Frage geht die vom BMBF geförderte ICILS-Vertiefungsstudie „Unerwartbar erfolgreiche Schulen im digitalen Wandel“ (UneS) nach. Übergeordnetes Ziel des Projekts ist die Untersuchung der Gestaltung und Unterstützung von chancengerechten digitalisierungsbezogenen Bildungsprozessen.
Schüler:innen lernen heute für eine zunehmend digitale Zukunft. Die Grundlagen werden dafür in der Grundschule gelegt – von Lehrenden, die auf die neuen Anforderungen vorzubereiten sind. Das System Schule muss sich dafür verändern. Ein interdisziplinäres Wissenschaftlerinnen-Team will mit dem Konzept CoTransform diesen Transformationsprozess gemeinsam mit Grundschulen anstoßen mit dem Ziel, diesen bis zum Jahr 2030 in der Breite zu verstetigen.
Wie kommt die Digitalisierung eigentlich in die Schulen? Wie und von wem wird sie vor Ort umgesetzt? Und welche Chancen, aber auch Schwierigkeiten sind damit verbunden? Entscheidend für den Weg zur Gestaltung von Schulen als lebendige, zukunftsträchtige und digitale Lernumgebungen, ist die Arbeit von Systembetreuer:innen. Sie setzen den Digitalisierungsprozess vor Ort um, sind in ihrem Handlungsspielraum aber strukturell deutlich limitiert. Eine Konstellation, die sich letztendlich auch auf die Umsetzungsqualität der Digitalisierung in den Schulen auswirkt.
Schule muss heute neu gedacht werden. Denn mit der Transformation zu einer Kultur der Digitalität verändern sich die Ziele von Bildung, die Wege, auf denen diese zu erreichen sind, und nicht zuletzt auch die Anforderungen an ein Transformationsmanagement von Schule als Bildungsinstitution in einer sich permanent wandelnden Welt.
Um die Potenziale der Digitalisierung zu nutzen, müssen Schulen das in Deutschland immer noch verbreitete Einzelkämpfertum aufbrechen. Singapur, Japan und Finnland sind hier schon viel weiter. Um mir anzuschauen, wie dort auf die Zusammenarbeit von Lehrkräften gesetzt wird, habe ich über mehrere Monate lang Schulen in den drei PISA-Siegerländern besucht.
Für ein inklusives Konzept von Bildung ist es wichtig, Schüler:innen individuell fördern zu können – etwa durch den Einsatz digitaler Hilfsmittel. Der Ganztag bietet hierzu die zeitlichen Möglichkeiten, die in einer klassischen Halbtagsschule in der Regel nicht zur Verfügung stehen. Ein Gespräch mit den Erziehungswissenschaftlerinnen Prof. Dr. Gabriele Weigand (Universität Karlsruhe) und Dr. Pia Rother (Universität Kassel).
Im Ganztag überschneiden sich idealerweise Zeiten, Räume und Zuständigkeiten. Was bedeutet dies für das Dreieck aus Schulaufsicht, Schulleitung und Schulträger? Ein Gespräch mit Anna Margarete Davis (Deutsche Kinder- und Jugendstiftung) und Michaela Weiß (Forum Bildung Digitalisierung).
Welche Rolle spielen räumliche Strukturen in der Ausgestaltung eines gut funktionierenden Ganztagskonzepts? Wie können multiprofessionelle Teams durch die intelligente und flexible Raumnutzung in der Schule profitieren? Ein Gespräch mit Lisa Lemke und Antonia Blaer-Nettekoven von der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft anlässlich der Fachtagung „Dimension Digitalisierung – Digital unterwegs im Ganztag“.
Die Gestaltung von Schulentwicklungsprozessen in der digitalen Welt wird vielerorts als Herausforderung wahrgenommen. Warum ist das so? Eine wichtige Rolle spielen oftmals Ungewissheiten und verschiedene Formen des Nichtwissens. Gerade diese Aspekte gilt es daher in Qualifizierungsmaßnahmen für Schulleitungen stärker zu adressieren. Als Personengruppe nehmen sie in digitalisierungsbezogenen Schulentwicklungsprozessen eine zentrale Funktion ein, sind sich dieser jedoch häufig noch nicht vollständig bewusst. Indem Ungewissheiten und potenzielles Nicht-Wissen systematisiert und benannt werden, können entsprechende Momente zu Gelegenheiten gemeinsamen Lernens werden.
Wer heute Schulentwicklung ganzheitlich angehen möchte, kommt um Aspekte wie Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), Inklusion und Digitalität nicht mehr herum. Besonders gefragt sind Konzepte, die diese drei Handlungsfelder zusammendenken – und reif für die Umsetzung in der schulischen Praxis sind. BNE diklusiv ist dabei ein besonders erfolgversprechender Ansatz.
Was macht eine gute Ganztagsschule aus? Und welche Rolle spielt der Einsatz neuer, digital gestützter Lehr-Lern-Methoden? Ein Gespräch mit Frank Brückel, Leiter der Arbeitsgruppe Tagesschule an der Pädagogischen Hochschule Zürich anlässlich der Fachtagung „Dimension Digitalisierung – Digital unterwegs im Ganztag“.
Wenn es um den digitalen Wandel an Schulen geht, wird einer Personengruppe bisher zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt: den Lehrkräften der mittleren Führungsebene an Schulen. Ihr Gestaltungspotenzial wird bisweilen deutlich unterschätzt. Ein in den vergangenen Jahren erprobtes kollegiales Weiterbildungsformat eröffnet ihnen Räume, um ihre Rolle in der schulischen Transformation zu schärfen.
Fort- und Weiterbildung sind zentrale Bausteine einer gelingenden Transformation der Schule. Doch neues Wissen allein ist nicht immer ausreichend, um Unterricht nachhaltig zu verändern – es braucht auch Ansätze, welche die digitale Unterrichtsentwicklung auf verschiedenen Ebenen direkt vor Ort sinnvoll miteinander verzahnen.
Das Forum Bildung Digitalisierung hat ein Konzept zur digitalisierungsbezogenen Schulleitungsqualifizierung entwickelt. Im Sommer 2022 fand an der Akademie für Innovative Bildung und Management (aim) die Pilotierung der Schulleitungsqualifizierung BD in Präsenz statt. Mit dabei auch ein Team der Gymnasien im Ellental in Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart.
Ein Rückblick in die Geschichte des Forum Bildung Digitalisierung zeigt, welche Herausforderungen die Entstehung der Stiftungsinitiative mit sich brachte und welche Früchte das Engagement heute trägt. In Gesprächen mit Initiator:innen, Mitarbeiter:innen und Weggefährt:innen aus dem Bildungsbereich wird außerdem klar: Es bleibt noch viel zu tun.
Die digitale Transformation ist schon seit vielen Jahren in vielen gesellschaftlichen Bereichen stark spürbar. Der Bildungskontext schien dieses Thema bislang sehr unterschiedlich intensiv – manchmal beherzt und engagiert, bisweilen aber auch zögerlich – aufzugreifen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Aufgrund der Corona-Pandemie hat diese Transformation nun zwangsläufig auch im Kontext der Bildung starke Beachtung erhalten.
Hat ChatGPT das Potenzial, Schule zu revolutionieren? Im Interview spricht der Englisch- und Gemeinschaftskundelehrer Florian Nuxoll darüber, wie man das neue KI-Tool sinnvoll im Unterricht einsetzen kann – und welche Erfahrungen er mit seinen Schüler:innen dabei gemacht hat.
Fünf Jahre Forum Bildung Digitalisierung – beim Parlamentarischen Abend am 15. März 2023 durfte auch die Perspektive der Schüler:innen nicht fehlen. Im Doppelinterview sprechen Frankfurt am Mains Stadtschulsprecher Laurenz Aller und Ida Keller vom StadtschülerInnenrat Frankfurt am Main über ihre Vorstellungen von einem chancengerechten Bildungssystem in der Kultur der Digitalität.
ChatGPT ist gerade in aller Munde. Klar, dass das Thema auch an Schulen hohe Wellen schlägt. Denn der neuartige Chatbot liefert erstaunlich gut formulierte Antworttexte auf die Fragen seiner Nutzer:innen. Eine Herausforderung für das Lehren und Lernen in der Zukunft, die sowohl von Lehrkräften als auch von Schüler:innen neue digitale Kompetenzen verlangt.
Die digitale Transformation verändert nicht nur das Rollenverständnis von Schulleitungen, sondern stellt auch alte Denkmuster infrage. Die Schulleiterin Nicole Stockmann und der Organisationsberater Andreas Knoth im Gespräch über die Frage, wie die Kultur der Digitalität ihr Denken prägt – und wie eine zeitgemäße Haltung aussehen könnte.
Im Zuge der digitalen Transformation werden Lehrkräfte wieder zu Lernenden. Doch wie erlangen sie das nötige Wissen, um sich gemeinsam mit den Schüler:innen durch die Kultur der Digitalität zu navigieren? Thomas Strasser, Professor für technologiegestütztes Lernen und Lernen an der Pädagogischen Hochschule Wien, und Julia Thurner, pädagogische Mitarbeiterin am Institut für Pädagogik und Schulpsychologie Nürnberg, über die unterschiedlichen Wege der Lehrkräftebildung in Deutschland und Österreich.
Wie sollte unser Bildungssystem organisiert sein, um den Veränderungsprozessen der digitalen Transformation gerecht zu werden? Der Unternehmer und Forscher Dieter Dohmen im Interview mit der Organisationsberaterin Veronika Schönstein – über die passgenauen Rahmenbedingungen für ein stabiles und zugleich innovatives Schulsystem.
Schulleitungen und ihre Teams sind zentrale Schlüsselakteure für die Gestaltung schulischer Transformationsprozesse. Sie benötigen deshalb angepasste Unterstützungsangebote, um ihrer veränderten Rolle im Kontext von Digital Leadership gerecht zu werden. Auf diesem Panel fächern Andreas Knoth, Psychologe bei der SOCIUS Organisationsberatung, Eliane Burri, Zentrumsleiterin a. i. Medienbildung und Informatik an der Pädagogischen Hochschule Zürich, Nicole Stockmann, Schulleiterin an den Ellentalgymnasien und Gabriele Lonz, Ministerium für Bildung, Rheinland-Pfalz, auf, was schulische Führungskräfte stärkt und wie neue Formen der Führung und der Zusammenarbeit Wandel ins System bringen können.
Sprache und sprachliches Handeln haben sich in der Kultur der Digitalität verändert. Damit verbunden sind erweiterte Sprachkompetenzen – wie das Lesen von Internettexten oder das Schreiben in und mit digitalen Medien, die Bestandteil einer „sprachlichen Bildung 4.0“ und eine Querschnittsaufgabe von Schule und Unterricht sind.
Wie kann ein Ort aussehen, an dem Studierende, Lehrkräfte und Lehrerbildner:innen zur phasenübergreifenden, transdisziplinären und internationalen Zusammenarbeit zusammenkommen, um Herausforderungen rund um Schule gemeinsam und mit Blick auf die Zukunft zu bewältigen?
Hören wir Kinder und Jugendlichen bei der Gestaltung von Schule überhaupt ausreichend zu? Wie ist dann der Blick auf die 21st Century Skills oder die Frage der Digitalität? Wir wollen gemeinsam überlegen, welchen Herausforderungen sich Schulen dabei aktuell stellen müssen.
Im LabBD arbeiteten Schulleitungen und Vertreter:innen der Schulaufsicht und des Schulträgers zusammen. Ziel war es, den Austausch zwischen den Akteursgruppen zu fördern und gemeinsam Strategien für die Gestaltung der digitalen Transformation zu erarbeiten. In einem dieser Teams arbeiteten Beata Warszewik-König von der Bremer Schulaufsicht und Christopher Neeb, stellvertretender Schulleiter eines Gymnasiums in freier Trägerschaft in Thüringen.
Schulleitungen, Schulaufsicht und Schulträger in den Austausch miteinander bringen, um die Transformation des Bildungssystems gemeinsam anzustoßen und digitale Schulentwicklung zu gestalten – das war das Kernziel des LabBD, das am 6. und 7. September 2022 mit einer Abschlussveranstaltung in Berlin endete. Die Prozessbegleiter:innen Christina Beilharz und Martin Fugmann ziehen Bilanz.
Den Kreativprozess von Design Thinking mit Methoden aus dem Coaching von Teams zu kombinieren: Das war einer der Leitgedanken der Veranstaltungen im LabBD 2022. Angeleitet wurden Übungen von den Schauspielcoaches Jan Peters und Andi Schulze. Beide waren begeistert von den Ergebnissen.
Im Bildungssystem stehen wir vor komplexen Aufgaben, die über Fragen der Ausstattung weit hinausgehen. Grundlegende Veränderungen können aus einem Bildungsbegriff erwachsen, der ohne normative Setzung auskommt und dennoch als Reaktion auf gesellschaftliche Herausforderungen verstanden werden kann.
Künstliche Intelligenz (KI) hat das Potenzial, das Lehren und Lernen maßgeblich zu verbessern. In naher Zukunft werden Schüler:innen KI-generiert etwa zu jeder schriftlichen Leistung ein lernförderliches Feedback erhalten können. Daran arbeitet ein Forscher:innenteam um Dr. Thorben Jansen am Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN).
Wer den digitalen Wandel im Bildungssystem vorantreiben will, muss verantwortungs- und bereichsübergreifend arbeiten. Dies zeigt das Projekt „Schule und digitale Bildung“ im Kreis Gütersloh. 2017 auf Initiative der Bertelsmann Stiftung und der Reinhard Mohn Stiftung in Zusammenarbeit mit der Bildungsregion Kreis Gütersloh gestartet, bringt es vor allem Schulträger, Schulaufsicht und Schulleitungen in den engen Austausch miteinander. Nach fünf Jahren Laufzeit wurde das Projekt nun um weitere maximal fünf Jahre verlängert.
Im digitalen Zeitalter gehören die MINT-Fächer zu den Vorreitern der zeitgemäßen Unterrichtsgestaltung. Durch die Verknüpfung des Potenzials digitaler Medien mit individuellen, forschenden, kreativen und projektorientierten Arbeitsaufträgen kann der MINT-Unterricht emotional anregender, wirkungsvoller, kompetenzorientierter und personalisierter gestaltet werden. Die Digitalisierung des Unterrichts wird allerdings nur dann erfolgreich sein, wenn mit einer Veränderung der Lernkultur auch ein Wandel der Prüfungskultur verbunden ist.
In zeitgemäßem Unterricht müssen Wissensvermittlung und Projektarbeit Hand in Hand gehen. Das Unterrichtskonzept Deeper Learning versucht dies umzusetzen, indem es die Stärken des klassischen mit denen des schüler:innenzentrierten Unterrichts verknüpft. Ein Gespräch mit Anne Sliwka, Professorin am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Heidelberg.
Damit Schulentwicklung in der Digitalität gut funktioniert, müssen sämtliche Akteure an einem Strang ziehen. Dafür kann es sinnvoll sein, ganz neue Stellen zu schaffen. Ein Gespräch mit Antonia Weggebakker, Koordinatorin für Digitalität in der Bildung der Kreisverwaltung Viersen.
Digitale Schulentwicklung kann nur gelingen, wenn Schulen, Schulträger und Schulaufsichten Hand in Hand zusammenarbeiten. Wie kann ein verständnisvoller Austausch trotz unterschiedlicher Kulturen erreicht werden? Ein Gespräch mit Veronika Schönstein, Organisationsberaterin bei Designed Education.
Die Fachtagung „Dimension Digitalisierung – Schule stärken“ widmet sich 2022 dem Gesamtsystem Schule. Welche Rahmenbedingungen sind notwendig, damit Schule erfolgreich in der digitalen Transformation bestehen kann? Der Bildungsexperte Roger Spindler liefert im Interview Impulse.
Die Fachtagung „Dimension Digitalisierung – Schule stärken“ widmet sich 2022 dem Gesamtsystem Schule. Wie gut gehen wir in Deutschland mit der Dynamik der digitalen Transformation um? Wie gelingt es uns, ein Zukunftsbild für Schule in der Kultur der Digitalität zu formulieren? Die Bildungsforscherin Birgit Eickelmann liefert Antworten.
Schulleitungen sehen sich im Kontext des digitalen Wandels vermehrt mit Aufgaben konfrontiert, die über die bloße Verwaltung schulischen Lebens und Lernens weit hinausgehen und vielmehr eine transformative Um- und Neugestaltung notwendig machen. Welche (neuen) Führungskompetenzen und -stile hierfür notwendig erscheinen, zeigt ein Blick in die internationale Forschung.
Um Informationen im Netz bewerten zu können, ist digitale Medienkompetenz notwendig. Denn Fake News stellen sich oft erst bei genauerer Betrachtung als falsch heraus. Wie können Kinder und Jugendliche lernen, seriöse Nachrichten von Desinformation zu unterscheiden?
Die digitale Transformation stellt veränderte Anforderungen an die Rolle und das professionelle Selbstverständnis von Schulleitungen. Damit sie ihre Schulen sicher durch Schulentwicklungsvorhaben steuern können brauchen sie neue Kompetenzen und Qualifizierungsangebote, die sie dabei unterstützen.
Das Angebot an Schulleitungsqualifizierungen in Deutschland wird immer diverser, um den veränderten Herausforderungen von Schulleitungen und deren Teams gerecht zu werden. Was zeichnet gelungene Professionalisierungsangebote für Schulleitungen aus und welcher Führungsstil macht Schulen fit für die digitale Transformation?
Jugendliche verbringen sehr viel Zeit im Netz – stoßen dort aber neben seriösen Informationen auch auf falsche und manipulierte Inhalte. Das Projekt weitklick möchte Schulen und Lehrkräfte dabei unterstützen, einen präventiven Umgang mit Desinformation zu vermitteln, um die Medien- und Nachrichtenkompetenz junger Menschen gezielt zu fördern.
Die Idee, den Lernort Schule zu öffnen und außerschulische Lernorte zu erschließen, ist nicht neu, hat aber im Zuge der Corona-Pandemie weitere Schubkraft erhalten. Nach einer Idee der Ernst-Reuter-Gemeinschaftsschule wurden in Karlsruhe sogenannte Lerninseln geschaffen, die Kindern und Jugendlichen vielfältige Angebote für das Lernen außerhalb der Schule bereitstellen.
Es sind die Räume und die Gestaltung der Möglichkeiten in unserer Umgebung, welche ausschlaggebend für die pädagogische Praxis des 21. Jahrhunderts sind. Für die Schule der Zukunft ist es wichtig, die Möglichkeiten digitaler Lernerfahrungen noch mehr auszuschöpfen. Es bedarf eines neuen Mindsets, um Räume zu erschaffen, welche die Bildung des 21. Jahrhunderts begünstigen.
Schulen in Deutschland wagen sich nur zögerlich an KI-gesteuerte Lernsoftware für die Unterrichtspraxis heran. Dabei zeigen die Erfahrungen aus anderen Ländern, welche Chancen Intelligente Tutorielle Systeme (ITS) bieten — aber auch, welche ethischen Fragen deren Einsatz stellt.
Wie kann es gelingen, dass alle Kinder und Jugendlichen an den digitalen Transformationsprozessen teilhaben, und diese – und damit ihre eigene Zukunft – aktiv mitgestalten? Dieser Frage geht das DigiGen-Forschungsprojekt nach, das im Rahmen des Horizon-Programms von der Europäischen Kommission gefördert wird.
Wie gelingt es Schulen aus Deutschland, Österreich und der Deutschschweiz in Zeiten der Pandemie, neuartige Herausforderungen zu meistern und zugleich mehr Innovation zu wagen? Die S-CLEVER-Studie zeigt, wie Schulen ihre bisherige Praxis nicht nur kritisch reflektieren, sondern überdies eine Reihe von Entwicklungsimpulsen nutzen, die in der Ausnahmesituation Pandemie für Aufbruchstimmung vor Ort sorgen können. So muss es nicht bei einem digitalen Ausflug bleiben, sondern kann einer umfassenden digitalen Transformation von Schule der Weg (mit)bereitet werden.
Wie nie zuvor fordert die Pandemie Lehrkräfte und Erzieher:innen heraus. In Lateinamerika trifft die Umstellung auf digitalen Schulunterricht auf große soziale Unterschiede. Lehrkräfte schlüpfen in die Rolle von technischen Anleiter:innen, Sozialarbeiter:innen und Polarforscher:innen. Wie durch eine Initiative der Siemens Stiftung und in Kooperation mit einem breiten Partnernetzwerk erfolgreiche MINT-Bildung in dieser Zeit mit innovativen Lehr- und Lernmaterialien sowie einer großen Portion Eigeninitiative und Kreativität gelingen kann, berichten drei Vertreterinnen des Bildungssektors in Mexiko und Chile.
Lehrkräfte haben die Macht, gesellschaftliche Muster der Ausgrenzung zu durchbrechen, sagt die US-amerikanische Mathematikpädagogin Deborah Loewenberg Ball. Die renommierte Forscherin zeigt, wie Lehrkräfte den vorurteilsfreien Umgang mit schwarzen, indigenen und anderen marginalisierten Schüler:innen trainieren können – durch Verhaltensänderungen in Mikromomenten. In Zeiten der Black-Lives-Matter-Bewegung bekommt ihre Forschung neue Strahlkraft.
Die digitale Schulentwicklung ist für viele Schulen und Schulträger kein leichter Prozess. Sie ist hochkomplex, bedarf der Zuarbeit vieler Akteure und bleibt oft starr und ungewiss, ob der stetigen Neuerungen. Mit dem Prinzip der agilen Medienentwicklung und dem Willen zur aktiven Kooperation könnte sich die Unterrichtsqualität dynamisch und stetig entwickeln sowie einheitliche Prozesse geschaffen und gemeinschaftlich gelernt werden.
Im deutschen Bildungssystem fehlen Strukturen, die die kollaborative Professionalität von Lehrkräften ermöglichen. Damit der digitale Transformationsprozess in der Bildung gelingen kann, gilt es die Lernprozesse der Schüler:innen und zugleich die der Lehrkräfte zu verändern. Fehlende Regelungen zur Kooperationszeit für Lehrkräfte stellen dabei eine Herausforderung dar, vor der Schulen und das Schulsystem aktuell stehen. Wie kann es gelingen, dass Lehrkräfte kollaborativer arbeiten und diese Zusammenarbeit im System zu verankern?
Die staatliche Lehrkräftefortbildung arbeitet oftmals am Bedarf vorbei, doch weder Schulpolitik noch Schulleitungen wirken dem entgegen. Höchste Zeit, dass die Lehrerinnen und Lehrer die Dinge selbst in die Hand nehmen! Dafür braucht es in den Kollegien allerdings eine neue Kultur der Zusammenarbeit.
Wir leben in Zeiten zunehmender Unsicherheit. Veränderungen entwickeln eine zunehmende Geschwindigkeit, Herausforderungen werden komplexer und erfordern Lösungsstrategien, die Widersprüchlichkeiten berücksichtigen. Welchen Beitrag können und sollten Schulen hierbei leisten? Und welche Kraft könnte darin liegen, eine wünschenswerte Zukunft zum Maßstab des Handelns von heute zu machen?
Überall auf der Welt werden in der Lehrkräftequalifizierung andere Schwerpunkte gesetzt. In Kanada, Österreich und Dänemark ist die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrer:innen bereits stark an die Herausforderungen der digital geprägten Welt angepasst. Was lässt sich aus den dortigen Ansätzen lernen?
An Schulen in ganz Deutschland treiben Schüler:innen Veränderungsprozesse voran. Digitale Tools helfen ihnen dabei, Ideen zur Schulentwicklung zu formulieren und von den anderen Stakeholdern gehört zu werden. Wir stellen vier partizipative Projekte vor, bei denen die digitale Teilhabe besonders gut gelingt.
Streitkultur, Nachrichtenkompetenz, Beteiligung im digitalen Raum – in der digitalisierten Demokratie gibt es vieles zu lernen. Immer mehr Initiativen entstehen, die Schüler:innen helfen wollen, sich kritisch und kompetent im digitalen Raum zu bewegen. Sie wollen nicht nur die Schulen demokratischer gestalten, sondern Kinder und Jugendliche darüber hinaus mit demokratischen Prozessen vertraut machen. Wir stellen vier solcher Initiativen vor.
Demokratiebildung spielt in der Digitalisierung bisher eine unterschätzte Rolle, sagt die Grünen-Politikerin Marina Weisband im Interview. Besonders von den Schulen als Ort der Demokratiebildung hängt für sie ab, ob wir als Zivilgesellschaft die Chancen der Digitalisierung nutzen und ihren Risiken konstruktiv begegnen können.
Im schulischen Kontext dürfen Inklusion und Digitalisierung keine Antagonisten sein. Vielmehr sollten sich die beiden Bereiche im Unterricht synergetisch aufeinander beziehen. Wie kann eine inklusiv-digitale Schulentwicklung gelingen und welche Hürden sind dabei zu überwinden? Ein forschender Blick an inklusiv-digital arbeitende Schulen verrät mehr.
In der Diskussion über Chancengerechtigkeit im Kontext von Digitalisierung wird sehr häufig vor allem über die Ressourcen der Schüler:innen und ihrer Familien gesprochen. Dabei spielen auch Schulen und Bildungsverwaltung bei der Reproduktion von Bildungsdisparitäten eine Rolle. Wichtige Entwicklungsaufgaben in diesem Kontext müssen daher von beiden Institutionen gemeinsam bearbeitet werden.
Die Pandemie wirkt bei der Digitalisierung im Bildungswesen weltweit als Beschleuniger – in Industrieländern ebenso wie in sich entwickelnden Ländern. Birgt Educational Technology die Chance, um weltweit sozialer Ungerechtigkeit entgegenzuwirken und eine Teilhabe aller zu ermöglichen?
Digitale Technologien, künstliche Intelligenzen und das omnipräsente Internet verändern unsere Lebenswelt und stellen die Organisationsmodelle und Arbeitsweisen in vielen Bereichen infrage. Das Bildungssystem stellt hier keine Ausnahme dar. Unsere digital vernetzte, globale Gesellschaft erfordert zunehmend eine grundlegende Erneuerung mit echten Innovationen von Bildungs- und Schulkonzepten in Deutschland, um sicherzustellen, dass Schulen hierzulande (weiterhin) ihren Bildungsauftrag erfüllen.
Die Corona-Pandemie hat den Schulalltag und das Lernen in der Schule auf den Kopf gestellt. Seit einem Jahr kann der Unterricht nicht mehr so stattfinden, wie wir es über Jahrzehnte gewohnt waren. Derzeit befinden sich die Schulen wieder in einem Modus von Wechsel- und Distanzunterricht. Was sind die Learnings aus dieser Zeit? Ein Plädoyer von der Lehrerin Annemieke Akkermanns, dass wir nach der Pandemie nicht zum Schulalltag wie vor der Coronazeit zurückkehren.
Zur Unterstützung von Schulleitungen in der Entwicklung und Umsetzung schulischer Medienkonzepte wurde in Rheinland-Pfalz 2019 die Rolle der Koordinator:in „Bildung in der digitalen Welt“ für je eine Lehrkraft, welche dafür Anrechnungsstunden erhält, eingeführt. Die Schulung dieser Lehrkräfte erfolgt auf Grundlage eines Multiplikatorenmodells, das vom Ministerium für Bildung und dem Pädagogischen Landesinstitut entwickelt wurde.
Welcher Führungsstil ist gefragt, um Schulen fit für die digitale Welt zu machen? Vier Schulleiter:innen aus Deutschland, Estland und Finnland berichten, wie sich ihr Beruf im Zuge der digitalen Transformation gewandelt hat – und welchen Einfluss die Rahmenbedingungen in ihren Ländern darauf haben.
Über die Art der Nutzung vorhandener digitaler Medien in Schulen entscheiden in Deutschland vor allem die Lehrkräfte. Ausschlaggebend hierfür sind individuelle pädagogische Haltungen und die Einstellung gegenüber digitalen Medien. In Kombination miteinander betrachtet können diese den lernförderlichen Einsatz digitaler Medien verhindern oder ermöglichen, wie eine Auswertung internationaler Studien zeigt.
In Deutschland gibt es mehr als 5.500 öffentliche Schulträger, dazu kommen zahlreiche weitere Träger freier Schulen. Beim digitalen Wandel kommt ihnen eine wichtige Funktion zu, denn die Beantragung von Mitteln aus dem DigitalPakt Schule geht nur über die Schulträger. Erstaunlich also, dass sie in der Debatte oft vergessen werden.
Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit der digitale Kulturwandel an Schulen gelingen kann? Bei der Auswertung wissenschaftlicher internationaler Forschungsbeiträge konnten elf Gelingensbedingungen identifiziert werden, die auch die Debatte in Deutschland zum Thema zeitgemäße Schule in der digitalen Welt bereichern.
Damit in Schulen der flächendeckende Einsatz digitaler Medien Realität wird, brauchen Schulleitungen und Lehrkräfte durchdachte Formate zur Weiterbildung. Ein Beispiel aus Singapur zeigt, wie mithilfe von sozialen Medien über Schulgrenzen hinweg eine digitale Lerngemeinschaft gebildet werden kann.
Durch digitale Lernplattformen können vermehrt Daten über Lernende, Lerninhalte und die Lernsituation ausgewertet werden. Die algorithmische Analyse nennt sich Learning Analytics. Diese Analyse ermöglicht einen individuellen Lernprozess sowie eine Früherkennung von Lernschwächen. Learning Analytics bergen allerdings auch einige Nachteile.
Es gibt zwei Themen im Bereich Schule, die laut diskutiert, aber in der Praxis nur zögerlich angegangen wurden: eine neue Lernkultur und digitale Medien. Durch die Coronakrise ändert sich schlagartig mehr, als vorher auch nur denkbar gewesen wäre. Entsteht tatsächlich eine neue Lernkultur?
Die Digitalisierung von Schulbüchern ist ein wichtiger Schritt in Richtung eines digitalisierten und hochwertigen Unterrichts. Ein Blick nach Estland zeigt, wie Wettbewerb und das Setzen richtiger Anreize den didaktischen Mehrwert von digitalen Schulbüchern sichern können.
Let’s remix! Software Studies sind ein interdisziplinäres Forschungsfeld – ein Zweig der Medienwissenschaften, der sich mit Softwaresystemen und deren Auswirkungen auf die Kultur beschäftigt. Schulentwicklung als Teil der Bildungswissenschaft versteht Schule als lernende Organisation. Welche Schnittstellen entstehen, wenn man diese zwei Ansätze zusammenbringt?
Der Diskurs um den Einsatz von digitalen Medien in Schule und Unterricht wird in Deutschland oft sehr techniklastig geführt. Nachhaltige Effekte, die die zunehmende Einbindung digitaler Technologien auf das Bildungssystem haben könnte, die Transformation von Lernumgebungen oder ein grundsätzlicher Haltungs- und Kulturwandel, treten oft in den Hintergrund. Wie könnte also eine Schule nach dem Fokus auf Digitalisierung aussehen?
Wie können Lehrkräfte begleitend zur Ausübung ihrer Tätigkeit bestmöglich auf die Anforderungen der digitalen Welt vorbereitet werden? Das Oskar-Maria-Graf Gymnasium Neufahrn bei Freising in Oberbayern hat dafür ein umfassendes schulinternes Fortbildungskonzept etabliert und setzt auch auf externe Beratung und Austausch in Netzwerken.
Medienentwicklungsplanung als Prozess bedarf der Einbindung vieler Akteure des kommunalen Bildungsmanagements. Ansätze aus Bayern und Nordrhein-Westfalen liefern Anregungen zur Entwicklung von schulischen Medienkonzepten sowie zur Gestaltung eines kollaborativen Entwicklungsprozesses.
Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien haben zu einem mediengesteuerten Transformationsprozess beigetragen, der auch die Schule bewegt. Dabei sind Lehrkräfte vielfach und unerwartet vor ganz neue Aufgaben gestellt, die zum Teil völlig neue Kenntnisse und Fähigkeiten erfordern. Wenn hier Konzepte einer neuen Praxis entstehen sollen, gilt es, Schule und Unterricht vom Lernen junger Menschen her (neu) zu denken. Digitale Medien können dabei eine herausragende Rolle spielen.
Die Forderung nach einer Individualisierung des schulischen Lernens, die über die Reformpädagogik hinaus eine sehr lange Tradition hat, gewinnt unter den Vorzeichen der digitalen Gesellschaft neuen Aufschwung. Zwänge entfallen, Möglichkeiten entstehen, Gefahren werden diskutiert.
Überall auf der Welt wird über Chancen und Herausforderungen des digitalen Lernens diskutiert. Jedes Land hat eigene Strategien entwickelt, um seine Schulen fit für die digitale Welt zu machen und digitales Lernen bestmöglich einzusetzen. Im Auftrag des Forum Bildung Digitalisierung hat das mmb Institut fünf Länder genauer angeschaut und deren Reformstrategien analysiert. Einige Ansätze sind auch für Deutschland spannend.
Seit den 2000er-Jahren existieren Modelle zur Medienkompetenz von Lehrkräften. Angesichts der Komplexität des zu Vermittelnden ist klar, dass medienbezogene pädagogisch-didaktische Fähigkeiten sowohl im Längsschnitt über alle Phasen der Aus- und Weiterbildung als auch im Querschnitt über die verschiedenen Disziplinen des Lehramtsstudiums hinweg gedacht werden müssen. Im Kern geht es um Vertrauen, Freiräume, Potenziale und eben Kompetenzen.
Mittlerweile wissen wir: Digitale Bildung lässt sich nicht anhand der Konturen internetfähiger Geräte entwickeln. Das Internet selbst in all seinen Erscheinungsformen fordert uns Pädagog:innen immer wieder auf, eine Haltung einzunehmen. Die Fragen der Bildung in der digitalen Welt sind längst Fragen mit gesamtgesellschaftlicher Perspektive. Wenn wir möchten, dass die nächste Generation souveräner damit umgehen lernt, brauchen wir eine grundsätzlich offenere Haltung.
Globalisierung und Digitalisierung haben disruptive Auswirkungen auf unsere Wirtschafts- und Sozialstruktur und ihre Folgen sind nicht vorherbestimmt. Es hängt von unserer kollektiven und systemischen Reaktion auf diese Verwerfungen ab, in welcher Weise sie auf uns wirken. Bildung spielt hier eine zentrale Rolle.
Es besteht kein Zweifel daran, dass Schule digitaler werden muss. Aber dafür brauchen wir keine neue Technik, sondern neue Lehr- und Lernmethoden. Ein imaginärer Blick in die Zukunft hilft zu verstehen, worauf es ankommt.
Andreas Schleicher ist Direktor für Bildung und Kompetenzen und Sonderberater für Bildungspolitik bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Zusätzlich ist er Entwickler und Chefkoordinator der PISA-Studien, die seit dem Jahr 2000 in einem dreijährlichen Turnus von der OECD veröffentlicht werden.
Joscha Falck ist Mittelschullehrer und Schulentwicklungsmoderator in Mittelfranken. Darüber hinaus ist er als Fortbildner, Referent, Blogger und Autor tätig. Im März 2024 ist sein zweites Buch zum Thema Künstliche Intelligenz in Schule und Unterricht erschienen.
Dr. Lea Schulz ist als Educational Engineer an der Europa-Universität Flensburg zur Lehr- und Lernforschung im Bereich Diklusion (digitale Medien und Inklusion) im Kontext des Landesprojekts „Zukunft Schule im digitalen Zeitalter“ des Landesinstituts verantwortlich für den Bereich Sprache und Lernen unter erschwerten Bedingungen. Sie ist Sonderpädagogin und war nach dem Studium zunächst in der App- und Softwareentwicklung tätig. Sie baute unter anderem die Lernplattform bettermarks mit auf.
Torben Bennink studierte Lehramt an Gymnasien an der Universität Osnabrück. Als freier Journalist schreibt er für Table.Briefings und Plan BD über Querschnittsthemen der Bildungspolitik und -forschung, unter anderem Digitale Transformation und Lehrkräftebildung. Zu seinem LinkedIn-Profil
Anja Reiter arbeitet als freie Journalistin in München, vor allem zu Bildungs-, Umwelt-, Digitalisierungs- und Gesellschaftsthemen. Sie schreibt nicht nur, sondern moderiert auch Podiumsdiskussionen, gibt Workshops für den journalistischen Nachwuchs und hilft bei der Konzeption von Magazinen. Außerdem ist sie Mit-Autorin der „Freienbibel 2“, dem Praxishandbuch für freie Journalist:innen.
Hauke Pölert ist Lehrer für Geschichte und Spanisch sowie Oberstufenkoordinator in Göttingen. Darüber hinaus ist er als Fortbildner, Referent und Autor tätig, war mehrere Jahre Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für die Fachdidaktik der Geschichte bei Prof. Michael Sauer, und teilt auf seinem Blog und YouTube-Kanal „Unterrichten.Digital“ seine Praxiserfahrungen.
Prof. Dr. Anne Sliwka ist Professorin am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Heidelberg. Sie ist unter anderem Projektleiterin im Teilprojekt Verzahnung und Transfer des BMBF-Projekts „Schule macht stark“. Zudem leitet sie das Projekt „Nationale Bildungsplattform NeLe – Campus Neue Lernkultur“ und ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg und in der Jury des Deutschen Schulpreises.
Birte Gernhardt ist Crossmedia-Journalistin mit den Schwerpunkten Bildung, Nachhaltigkeit und Soziales. Sie arbeitet seit fast 20 Jahren in verschiedenen Medienformaten und setzt komplexe Themen verständlich und spannend in Szene. Als Nina Grunenberg Fellow für Bildungsjournalismus 2023 befasste sie sich intensiv mit Bildungspolitik, Lehrkräftebildung und Schulentwicklung. Für das lernen:digital Magazin sowie in ihrem „Weltverbesserer“-Podcast bringt sie Perspektiven aus Praxis, Forschung und Zivilgesellschaft in den öffentlichen Diskurs ein.
Prof. Dr. Uta Hauck-Thum ist Professorin für Grundschulpädagogik und -didaktik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Aktuell leitet sie die BMBF-geförderten Projekte „Digitale Chancengerechtigkeit – Digitale Lehr- und Lernumgebungen im Lese- und Literaturunterricht zur Verbesserung von Chancengerechtigkeit und Bildungsteilhabe in der Grundschule“, „BesserLesen. Mobile Anwendung zur kooperativen Leseförderung von Kindern durch KI-gestützte Spracherkennung und -überprüfung“ sowie „Poetische Bildung digital” als Teilprojekt des Verbundes „DiäS“. Zudem gehört sie dem wissenschaftlichen Beirat der BMBF-geförderten Projekte Schultransform und Kompetenzverbund lernen:digital an.
Alexander Brand arbeitet als Redakteur für das Deutsche Schulportal sowie als Lehrer an einer Hamburger Stadtteilschule. Für sein Sachbuch „Die Bildungsweltmeister“ (Beltz, 2026) hat er sechs Monate lang Schulen in Finnland, Estland, Japan und Singapur besucht. Als Fortbildner und Referent gibt er regelmäßig seine Erkenntnisse darüber weiter, was deutsche Schulen von leistungsstarken Bildungssystemen im Ausland lernen können.
Hinter Plan BD steht ein Redaktionsteam, das Entwicklungen und aktuelle Debatten rund um die digitale Transformation des Schulsystems recherchiert, einordnet und für unser Magazin aufbereitet. Mit fundierten Einordnungen, inspirierenden Praxisbeispielen und Stimmen Schulpraxis, Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft wollen wir mit unserem Magazin Orientierung stiften und Begeisterung für Schule in der Kultur der Digitalität wecken. Lernen Sie unsere Redaktion kennen und erfahren Sie, wie Sie mit uns Feedback, Ideen oder Themenwünche für zukünftige Beiträge teilen können.