Andreas Schleicher beschreibt in seinem Gastbeitrag den Epochenbruch im Zeitalter der Digitalität und Künstlichen Intelligenz. Er zeigt auf, wie wir Schule und Bildung zwischen wachsender Unsicherheit und neuen Möglichkeit weiterentwickeln müssen.
Die Lehrerin Kristin van der Meer und Schulleiterin Wenke Funke erklären im Interview, wie KI den Unterricht verändert, Lerndaten sinnvoll genutzt werden und wo ethische Grenzen gezogen werden müssen.
Lea Schulz beleuchtet in ihrem Gastbeitrag wie, dass KI Teilhabe und Chancengerechtigkeit unterstützt, warnt aber zugleich vor dem wachsenden AI Divide.
Weil seine Arbeitsbelastung zu groß wurde, begann Schulleiter Pavle Madzirov von der Sekundarschule am Biegerpark in Duisburg, mit KI zu arbeiten. Heute prägt sie den Alltag seiner gesamten Schule. KI-bezogene Schulentwicklung ist für ihn vor allem eines: eine Frage der Haltung.
Andreas Schleicher beschreibt in seinem Gastbeitrag den Epochenbruch im Zeitalter der Digitalität und Künstlichen Intelligenz. Er zeigt auf, wie wir Schule und Bildung zwischen wachsender Unsicherheit und neuen Möglichkeit weiterentwickeln müssen.
Wie können Schulleitungen in der Gestaltung ihrer digitalen Schulentwicklungsprozesse wirksam und nachhaltig unterstützt werden? Der Beitrag beleuchtet zentrale Erfolgsfaktoren wirksamer Qualifizierungen für schulische Führungskräfte auf Basis der Erfahrungen mit der Schulleitungsqualifizierung BD und der Erkenntnisse einer wissenschaftlichen Begleitforschung.
Sechs Monate lang reiste Alexander Brand durch Finnland, Estland, Japan und Singapur, besuchte rund 30 Schulen, beobachtete Unterricht und sprach mit Lehrkräften, Forschenden und Bildungspolitik. Im Interview erklärt er, warum digitale Transformation weit mehr ist als Technik und welche Schritte Deutschland jetzt dringend gehen müsste.
Schulleitungen brauchen keine Technikexpert:innen zu sein, um ihre Schule erfolgreich durch die digitale Transformation zu führen. Digitale Kompetenzen und technisches Wissen der Leitung sind ohne Frage hilfreich, entfalten ihre Wirkung im schulischen Transformationsprozess jedoch eher indirekt. Einen direkten Einfluss nehmen Schulleitungen dagegen dort, wo sie ihr Rollenverständnis reflektieren, eine offene Haltung gegenüber neuen Technologien einnehmen, unterstützend handeln und aktiv an geteilten Sichtweisen zwischen Leitung und Kollegium arbeiten.
ComPleTT ist mittlerweile die zentrale Plattform zur länderübergreifenden Zusammenarbeit in der Lehrkräfteweiterbildung und in allen 16 Bundesländern verfügbar. Auch das Forum Bildung Digitalisierung stellt den Kurs „Standortbestimmung und Visionsentwicklung” auf ComPleTT zur Verfügung. Mit-Initiator der Plattform Joachim Dieterich erklärt, was die Plattform alles kann und für wen sie konzipiert wurde.
Wie kann schulische Inklusion im digitalen Wandel gelingen? Das Universal Design for Learning bietet einen Rahmen, Lernräume so zu gestalten, dass alle Lernenden Zugang haben. Künstliche Intelligenz kann dabei unterstützen, wenn sie pädagogisch verantwortet eingesetzt wird.
Lea Schulz beleuchtet in ihrem Gastbeitrag wie, dass KI Teilhabe und Chancengerechtigkeit unterstützt, warnt aber zugleich vor dem wachsenden AI Divide.
Die Lehrerin Kristin van der Meer und Schulleiterin Wenke Funke erklären im Interview, wie KI den Unterricht verändert, Lerndaten sinnvoll genutzt werden und wo ethische Grenzen gezogen werden müssen.
Um selbstbestimmt handeln zu können, sollten Kinder und Jugendliche früh Verantwortung für ihre Lebenswelt übernehmen. Fake News und Desinformation sind dabei ständige Begleiter des Aufwachsens. Das rückt die Schule in die Verantwortung, demokratische Prozesse zu ermöglichen und gleichzeitig Resilienz und Nachrichtenkompetenz in einer Kultur der Digitalität zu stärken. Digitale und soziale Medien bieten spezifische Chancen und Herausforderungen für die Demokratiebildung.
Für eine erfolgreiche digitale Transformation in Schulen braucht es mehr als technisches Wissen. Alle Beteiligten – Schüler:innen, Lehrkräfte, Schulleitungen und Bildungsverwaltungen – müssen digitale Werkzeuge sinnvoll und selbstbestimmt nutzen können. Die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte und die Prüfungskultur müssen weiterentwickelt werden. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie junge Menschen dazu befähigt werden können, ihre Zukunft unter den Bedingungen der Digitalität selbst zu gestalten.
In der digitalen Transformation ordnen sich Zuständigkeiten und Rollenbilder zwischen Schulaufsicht, Schulträger und schulischen Verantwortlichen neu. Diese Akteure haben die Aufgabe, sich neuen Formen der Kooperation und geteilten Visionen für Schule in einer Kultur der Digitalität zu widmen. Daten können dabei Gesprächsanlässe bieten, um die Zielerreichung kontinuierlich gemeinsam zu überprüfen.
Der Anspruch, sich in einer Kultur der Digitalität selbstbestimmt und reflektiert zu bewegen, stellt hohe Anforderungen an alle Beteiligten des Schulsystems: Schüler:innen und Lehrkräfte müssen die nötigen Fähigkeiten erwerben, Verwaltung und Politik passende Rahmenbedingungen dafür schaffen.
Generative KI durchdringt zunehmend den Lernalltag an Schulen und stellt Lehrkräfte vor fachdidaktische und pädagogische Herausforderungen. Wer praxisorientiert die Potenziale, Grenzen und Gefahren auslotet, kann das Lernen mit, über und ohne KI aktiv mitgestalten und Lernprozesse mit KI als Feedback-System, Tutor oder Sparringspartner erproben. Ein Beispiel aus dem Geschichtsunterricht.
Künstliche Intelligenz hat zunehmend auch Einfluss auf die Lebenswelt von Kindern im Grundschulalter. Das wirft die Frage auf, ob ihnen in der Schule bereits basale KI-Kompetenzen vermittelt werden sollten. Es ist an der Zeit, dass Grundschulen sich auf diese Entwicklungen einrichten – sowohl in ihrer Führungskultur als auch bei der Professionalisierung der Lehrkräfte.
Der Navigator Bildung Digitalisierung (Navigator BD) verspricht Orientierungsimpulse für alle Akteur:innen im Schulsystem – von den Schulen über die Schulträger bis zu Bildungsinitiativen. Wie groß ist das Transferpotenzial des Navigator BD für die Schulpraxis und -verwaltung? Wo wird aktuell schon mit ihm gearbeitet? Eine Deutschlandreise in drei Stationen.
Wie demokratisch ist Schule wirklich – und wie können Schüler:innen mehr mitbestimmen? Bob Blume, Lehrer, Autor und Bildungsinfluencer, spricht mit Gabriel Brommer vom Beteiligungsprojekt Generation BD über Scheindemokratie im Klassenzimmer, echte Teilhabe und Schule als Gemeinschaftsprojekt.
2021 startete das Schulleitungsqualifizierungsprogramm des Forum Bildung Digitalisierung mit einer Auftaktveranstaltung an der Akademie für Innovative Bildung und Management Heilbronn-Franken, kurz aim. Seitdem wurde die Qualifizierung in fast alle Bundesländer getragen – mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Drei Beteiligte erzählen, was die Qualifizierung an ihrer Schule bewirkt hat.
KI an Grundschulen weckt oft Befürchtungen: Droht Kindern Unterricht per „halluzinierendem Chatbot“? Doch was, wenn KI nicht Problem, sondern Lösung ist? Von individueller Förderung bis zur Kommunikation mit mehrsprachigen Familien – Künstliche Intelligenz eröffnet neue Chancen. Es lohnt sich, genauer hinzusehen, wie KI die Grundschule bereichern kann.
Wie groß ist das Transferpotenzial des Navigator Bildung Digitalisierung (Navigator BD) für die Wissenschaft? Die Bildungsforscherinnen Anne Sliwka und Britta Klopsch erklären im Interview, wo aus ihrer Sicht die Stärken der Publikation liegen – und welche Potenziale der Navigator BD für die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und schulischer Praxis hat.
Andreas Schleicher ist Direktor für Bildung und Kompetenzen und Sonderberater für Bildungspolitik bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Zusätzlich ist er Entwickler und Chefkoordinator der PISA-Studien, die seit dem Jahr 2000 in einem dreijährlichen Turnus von der OECD veröffentlicht werden.
Prof. Dr. Uta Hauck-Thum ist Professorin für Grundschulpädagogik und -didaktik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Aktuell leitet sie die BMBF-geförderten Projekte „Digitale Chancengerechtigkeit – Digitale Lehr- und Lernumgebungen im Lese- und Literaturunterricht zur Verbesserung von Chancengerechtigkeit und Bildungsteilhabe in der Grundschule“, „BesserLesen. Mobile Anwendung zur kooperativen Leseförderung von Kindern durch KI-gestützte Spracherkennung und -überprüfung“ sowie „Poetische Bildung digital” als Teilprojekt des Verbundes „DiäS“. Zudem gehört sie dem wissenschaftlichen Beirat der BMBF-geförderten Projekte Schultransform und Kompetenzverbund lernen:digital an.
Joscha Falck
Joscha Falck ist Mittelschullehrer und Schulentwicklungsmoderator in Mittelfranken. Darüber hinaus ist er als Fortbildner, Referent, Blogger und Autor tätig. Im März 2024 ist sein zweites Buch zum Thema Künstliche Intelligenz in Schule und Unterricht erschienen.
Dr. Lea Schulz ist als Educational Engineer an der Europa-Universität Flensburg zur Lehr- und Lernforschung im Bereich Diklusion (digitale Medien und Inklusion) im Kontext des Landesprojekts „Zukunft Schule im digitalen Zeitalter“ des Landesinstituts verantwortlich für den Bereich Sprache und Lernen unter erschwerten Bedingungen. Sie ist Sonderpädagogin und war nach dem Studium zunächst in der App- und Softwareentwicklung tätig. Sie baute unter anderem die Lernplattform bettermarks mit auf.
Torben Bennink studierte Lehramt an Gymnasien an der Universität Osnabrück. Als freier Journalist schreibt er für Table.Briefings und Plan BD über Querschnittsthemen der Bildungspolitik und -forschung, unter anderem Digitale Transformation und Lehrkräftebildung. Zu seinem LinkedIn-Profil
Anja Reiter
Anja Reiter arbeitet als freie Journalistin in München, vor allem zu Bildungs-, Umwelt-, Digitalisierungs- und Gesellschaftsthemen. Sie schreibt nicht nur, sondern moderiert auch Podiumsdiskussionen, gibt Workshops für den journalistischen Nachwuchs und hilft bei der Konzeption von Magazinen. Außerdem ist sie Mit-Autorin der „Freienbibel 2“, dem Praxishandbuch für freie Journalist:innen.
Alexander Brand ist Lehrer an einer Stadtteilschule in Hamburg. Als Fortbildner und Referent gibt er regelmäßig seine Erkenntnisse darüber weiter, was wir von ausländischen Schulsystemen lernen können.
Hauke Pölert ist Lehrer für Geschichte und Spanisch sowie Oberstufenkoordinator in Göttingen. Darüber hinaus ist er als Fortbildner, Referent und Autor tätig, war mehrere Jahre Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für die Fachdidaktik der Geschichte bei Prof. Michael Sauer, und teilt auf seinem Blog und YouTube-Kanal „Unterrichten.Digital“ seine Praxiserfahrungen.
Prof. Dr. Anne Sliwka ist Professorin am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Heidelberg. Sie ist unter anderem Projektleiterin im Teilprojekt Verzahnung und Transfer des BMBF-Projekts „Schule macht stark“. Zudem leitet sie das Projekt „Nationale Bildungsplattform NeLe – Campus Neue Lernkultur“ und ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg und in der Jury des Deutschen Schulpreises.
Birte Gernhardt ist Crossmedia-Journalistin mit den Schwerpunkten Bildung, Nachhaltigkeit und Soziales. Sie arbeitet seit fast 20 Jahren in verschiedenen Medienformaten und setzt komplexe Themen verständlich und spannend in Szene. Als Nina Grunenberg Fellow für Bildungsjournalismus 2023 befasste sie sich intensiv mit Bildungspolitik, Lehrkräftebildung und Schulentwicklung. Für das lernen:digital Magazin sowie in ihrem „Weltverbesserer“-Podcast bringt sie Perspektiven aus Praxis, Forschung und Zivilgesellschaft in den öffentlichen Diskurs ein.