Das Forum Bildung Digitalisierung veröffentlicht am 6. Mai 2026 das Orientierungspapier „Gelingensbedingungen für schulische Innovation“. Das Orientierungspapier identifiziert 18 Gelingensbedingungen für schulische Innovation und zeigt auf, wie erfolgreiche Ansätze systematisch über einzelne Schulen und Regionen hinaus in die Breite getragen werden können.

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Berlin, 06.05.2026. An guten Ideen für Schulentwicklung in der digitalen Transformation mangelt es in Deutschland nicht. Vielerorts werden gezielt Freiräume für schulische Innovation erprobt – mit dem erklärten Ziel, erfolgreiche Pilotprojekte, Experimentierklauseln oder Schulversuche ins Regelsystem zu überführen. Meist gelingt dies jedoch nicht. Innovative Ansätze enden häufig mit den Projektlaufzeiten oder dem Wechsel engagierter Einzelpersonen. Stattdessen braucht es ein lernfähiges Schulsystem, das Erfahrungen aufgreift, erfolgreiche Innovation erkennt, gezielt fördert, passgenau adaptiert und so in die Breite trägt.

Das vom Forum Bildung Digitalisierung veröffentlichte Orientierungspapier „Gelingensbedingungen für schulische Innovation“ geht der Frage nach, unter welchen Bedingungen schulische Innovationsprozesse nachhaltig und in der Breite wirken. Auf der Grundlage einer systematischen Literatur- und Dokumentenanalyse, Expert:inneninterviews mit Vertreter:innen aus Schulträgern, Schulaufsichten, Schulleitungen und der Bildungsverwaltung sowie eines Konsolidierungsworkshops werden 18 Gelingensbedingungen entlang von fünf Bereichen identifiziert: Fundament, Kooperation, Qualifizierung, Kultur und Nachhaltigkeit.

„Schulische Innovation ist kein Selbstläufer. Unser Orientierungspapier zeigt: Entscheidend ist nicht eine einzelne Stellschraube, sondern ein abgestimmtes Zusammenspiel von klaren Strukturen, verbindlicher Kooperation und einer Kultur, die Erfahrungen systematisch aufgreift.“, so Ralph Müller-Eiselt, Vorstand des Forum Bildung Digitalisierung. „Innovationen versanden nicht, weil sie schlecht sind, sondern weil das System nicht auf Transfer und Skalierung ausgelegt ist.“

Während Transfer beschreibt, wie Schulen voneinander lernen, nimmt Skalierung die systematische Ausweitung auf viele Schulen in den Blick. Das Orientierungspapier zeigt, dass beide Logiken kombiniert werden müssen.

Zentrale Erkenntnisse des Orientierungspapiers:

  • Kooperation im System stärken: Die Zusammenarbeit von Schulleitungen, Schulträgern und Schulaufsichten ist zentral für die Innovationsfähigkeit des Systems. Die Kooperation von inneren und äußeren Schulangelegenheiten muss gezielt gestärkt werden. Ohne eine funktionierende Kommunikation und Arbeitsteilung bleiben Innovationen isolierte Einzelprojekte.
  • Gelingensbedingungen ganzheitlich denken: Der Erfolg schulischer Innovationsprojekte hängt vom Zusammenspiel von Kooperation, Qualifizierung, Kultur, nachhaltigen Strukturen und einem innovationsförderlichen Fundament ab.
  • Regionales Bildungsmanagement als Katalysator nutzen: Institutionen des regionalen Bildungsmanagements können Skalierung vorantreiben, indem sie Schulen vernetzen, Ressourcen bündeln und strategische Rahmenbedingungen für den Transfer schaffen.

„Wir wissen aus unserer Arbeit mit Schulleitungen, Schulträgern und Schulaufsichten, dass der Wille zur Veränderung und Kooperation vielerorts vorhanden ist. Was häufig fehlt, sind die Rahmenbedingungen und Möglichkeiten des kontinuierlichen, ergebnisorientierten Dialogs“, sagt Michaela Weiß, Leitung des Handlungsfeldes „Rahmenbedingungen“ beim Forum Bildung Digitalisierung. Das Orientierungspapier stellt mit dem Innovationskompass ein konkretes Werkzeug bereit, mit dem Schulpraxis und Bildungsverwaltung gemeinsam den eigenen Standort bestimmen und nächste Schritte in geteilter Verantwortung planen zu können.

Das Orientierungspapier finden Sie hier zum Download.

Hintergrund

Das Forum Bildung Digitalisierung setzt sich für die gelingende digitale Transformation des Schulsystems ein. Uns leitet das Ziel einer chancengerechten Bildung, die allen Kindern und Jugendlichen eine aktive Teilhabe an der digital geprägten Gesellschaft ermöglicht. Dazu bauen wir Brücken und fördern den lösungsorientierten Austausch zwischen Schulpraxis, Politik und Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Wir stiften Orientierung zu aktuellen Herausforderungen der Bildungssteuerung und Schulentwicklung in der Kultur der Digitalität. Und wir bieten skalierbare Praxislösungen für systemische Bedarfe wie die Qualifizierung oder Zusammenarbeit von Schulleitungen, Schulträgern und Schulaufsichten.

Weitere Informationen unter: www.forumbd.de