Kontakt
Daniel Böhme (er/ihm)
Senior Projektmanagement
daniel.boehme@forumbd.de
+49 30 5858466-64
Michaela Weiß (sie/ihr)
Leitung Handlungsfeld „Rahmenbedingungen“ und Ko-Leitung Teilprojekt lernen:digital
Lizenzhinweis
Das Material ist unter der Creative Commons Lizenz „CC BY-SA 4.0 – Namensnennung-Share Alike 4.0 International“ veröffentlicht. Urheber: Forum Bildung Digitalisierung e. V.
Das Orientierungspapier „Gelingensbedingungen für schulische Innovation“ geht der Frage nach, unter welchen Bedingungen schulische Innovationsprozesse nachhaltig und in der Breite wirken. Auf der Grundlage einer systematischen Literatur- und Dokumentenanalyse, Expert:inneninterviews mit Vertreter:innen aus Schulträgern, Schulaufsichten, Schulleitungen und der Bildungsverwaltung sowie einem Konsolidierungsworkshop werden 18 Gelingensbedingungen entlang von fünf Bereichen identifiziert: Fundament, Kooperation, Qualifizierung, Kultur und Nachhaltigkeit.
Mit dem Innovationskompass stellt das Orientierungspapier ein konkretes Werkzeug bereit, mit Sie als Schulpraktiker:innen und Personen aus Bildungsverwaltung gemeinsam den eigenen Standort bestimmen und nächste Schritte planen können. Er ermöglicht eine systematische Standortbestimmung und Reflexion schulischer Innovationsvorhaben entlang der 18 Gelingensbedingungen. Die Kombination aus dem Innovationskompass und einem Phasenmodell der Skalierung bietet Ihnen Orientierung, um den aktuellen Stand zu reflektieren und weitere Schritte gezielt zu planen.
Das Orientierungspapier richtet sich an alle, die im und am System Verantwortung tragen: an Schulleitungen und ihre Teams ebenso wie an Schulträger, Schulaufsichten sowie Verantwortliche in der Bildungsverwaltung und -politik.
Schulsystementwicklung in der digitalen Transformation ist eine Aufgabe, die keine Akteursgruppe allein bewältigen kann. Sie gelingt nur, wenn alle Beteiligten kooperieren, schulische Innovation als gemeinschaftliche Aufgabe verstehen und gute Praxis gezielt im Schulsystem verbreiten. Dafür soll diese Publikation einen Kompass bieten.
Take-aways
Es mangelt auf Ebene von Einzelschulen nicht an guten Ideen für Schulentwicklung in der digitalen Transformation, sondern an den Bedingungen, sie in die Breite zu tragen: Schulische Innovationenliefern vielversprechende Ergebnisse, bleiben aber zu oft lokal begrenzt. Erfolgreiche Ansätze enden zudem häufig mit den Projektlaufzeiten oder dem Wechsel engagierter Einzelpersonen.
Transfer und Skalierung sind für Schulsystementwicklung zentral: Transfer beschreibt, wie Schulen voneinander lernen: kontextnah, flexibel und partizipativ. Skalierung beschreibt die systematische Ausweitung auf viele Schulen: strukturiert und koordiniert. Schulsystementwicklung muss beide Aspekte verbinden. Innovative Schulen sollten nicht länger als individuelle Leuchttürme gesehen werden, sondern die Übertragung bewährter Konzepte muss ins Zentrum der Schulsystementwicklung rücken. Innovationen versanden nicht, weil sie schlecht sind, sondern weil das System nicht auf Transfer und Skalierung ausgelegt ist.
Schulische Innovationen sind eine gemeinschaftliche Aufgabe und erfordern daher eine bessere Verzahnung aller Akteur:innen im System: Schulleitungen, Schulträger, Schulaufsichten und die Bildungsverwaltung müssen kooperativ zusammenwirken. Insbesondere das Zusammenspiel von inneren und äußeren Schulangelegenheiten ist für die Innovationsfähigkeit des Systems von enormer Bedeutung. Ohne ein geteiltes Zielbild, eine funktionierende Kommunikation und sinnvolle Arbeitsteilung zwischen diesen Bereichen bleiben Innovationen isolierte Einzelprojekte.
Gelingende schulische Innovationen setzen das Zusammenspiel von Kooperation, Qualifizierung, Kultur, nachhaltigen Strukturen und einem innovationsförderlichen Fundament voraus. Der Innovationskompass bietet einen konkreten, handlungsorientierten Vorschlag zur Umsetzung der Erkenntnisse aus dem Orientierungspapier.
Das regionale Bildungsmanagement kann als Katalysator für die Skalierung schulischer Innovation wirken: Für eine flächendeckende Umsetzung ist eine externe Unterstützung sinnvoll. Das regionale Bildungsmanagement vernetzt Schulen mit anderen Akteuren, stellt Ressourcen bereit und schafft Anreize, Innovationen zu übernehmen. So können diese systematisch in die regionale Breite getragen und nachhaltig verankert werden.