TRACK „Schulentwicklung gestalten“

Transformation von Bildungseinrichtungen in der digitalen Gesellschaft

Schulen im digitalen Wandel werden zu Lernorten, an denen Lernende eigenverantwortlich Lernprozesse gestalten. Sie erhalten dabei professionelle Hilfe von Erwachsenen, die sie begleiten. Schule öffnet sich in die Welt, in das nähere Umfeld, über das Internet, aber auch grundsätzlich weltweit. Schulen entwickeln auf ihr Umfeld und ihre Klientel abgestimmte Konzepte, um Kinder und Jugendliche auf ein Leben in der Welt, die immer stärker digitalisiert und mediatisiert wird, vorzubereiten. Daher braucht Schule Rahmenbedingungen, die angepasste Lösungen ermöglichen Kooperationspartner, die die Schulen unterstützen und Netzwerke, um voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu beraten. Mit diesen Themen beschäftigt sich der Track „Schulentwicklung gestalten“.

Track-Patenschaft: Richard Heinen, Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft

15. November

14:45 - 15:45

FORUM: Schule leiten im digitalen Wandel

Schulentwicklungsprozesse im Kontext des digitalen Wandels fordern das bestehende Schulsystem heraus. Die erforderlichen Transformationsprozesse sind umfassender, als dass sie von Schulen und Schulleitungen alleine geleistet werden könnten. Anpassungen der Rahmenbedingungen und Ausweitungen der Gestaltungsspielräume für Schulen erscheinen als wesentliche Elemente, um erforderliche Veränderungen einleiten und umsetzen zu können.

Das Forum diskutiert, an welchen Stellen das bestehende System an seine Grenzen kommt, wie es optimiert werden könnte und welche Rahmenbedingungen Schulleitungen benötigen, um Schulen für das 21. Jahrhundert als lernende Organisation zu entwickeln.

Moderation: Claus Pakleppa, p4d | partnership for development GmbH, Geschäftsführer

ExpertInnen:

  • Dr. Daniela Janssen, Cybernetics Lab, RWTH Aachen
  • Dr. Olaf Köster-Ehling, Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, Vorstand
  • Frank Kühn, Max-Weber-Schule Freiburg, Schulleiter
  • Olaf Hubert, Freiherr-vom-Stein-Schule Neumüster
  • Dr. Ruth Maria Schüler, Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Economist


Raum MOSKAU, bis 200 Teilnehmende

16:15 - 17:15

WORKSHOP: Den Kulturwandel gestalten
Olaf Hubert, Ole Cramer, Freiherr-vom-Stein-Schule Neumünster

Wie viele andere gesellschaftliche Bereiche wird die Digitalisierung auch die Schulen tief­greifend verändern. Schon jetzt ist ab­seh­bar, wie dies in den Bereichen Organisation, Personal und Unter­richt geschieht. Aber wie kann Schule in einer selbst­lernenden Netz­werk­gesell­schaft aussehen und funktionieren? Ausgehend von dieser Frage hat die Freiherr-vom-Stein-Schule ein integrales Medien­konzept ent­worfen, auf dessen Basis die Ein­richtung systematisch weiter­ent­wickelt wird. Ein besonderes Augen­merk liegt darauf, bestehende Strukturen und Arbeits­weisen nicht einfach digital zu über­setzen, sondern den Kultur­wandel, der damit ein­her­geht, bewusst mit­zugestalten. Elemente und Meilensteine dieses Entwicklungsprozesses werden vorgestellt und TeilnehmerInnen ausgehend von ihrer eigenen Situation und Entwicklungsvorhaben Transferübungen angeboten.

WORKSHOP: „Digitale Schulentwicklung“ im Schulnetzwerk gemeinsam gestalten: Theorie trifft Praxis
Lisa Gageik und Tobias Düttmann, Learning Lab Universität Duisburg-Essen; Ulrich Ehrentraut, Sekundarschule Hamborn

In einer globalisierten Welt bedarf es zur Bewältigung komplexer gesellschaftlicher Aufgaben kooperativer und kollaborativer Arbeitsformen, die durch digitale Werkzeuge unterstützt werden können. Digitale Medien in den Schulalltag zu integrieren gelingt, wenn es als Querschnittsaufgabe verstanden wird, die alle schulischen Entwicklungsprozesse durchdringt: Schulorganisations-, Personal-, Unterrichts- und Technikentwicklung sind die vier zu beachtenden Kernbereiche. Kollaborativ arbeiten unterschiedliche Akteure innerhalb eines regionalen Schulnetzwerks zusammen: Learning Lab, Schulträger, Schulen, Kompetenzteam, ggf. Medienzentrum und Schulaufsicht. Durch die schulübergreifende Vernetzung können Best Practice Beispiele niedrigschwellig ausgetauscht werden. Die Schulnetzwerke werden durch das Learning Lab moderiert und beraten (Tobias Düttmann), sowie wissenschaftlich begleitet (Lisa Gageik). Die Arbeit der Sekundarschule Hamborn im Duisburg Schulnetzwerk stellt Schulleiter Ulrich Ehrentraut vor.

WORKSHOP: Digitale Reformpädagogik, reformpädagogische Digitalisierung
Dominik Schöneberg, Geschwister-Scholl-Gymnasium Pulheim; Ulla Kreutz, Blick über den Zaun

Im Zentrum der Reformpädagogik stehen die SchülerInnen und ihre individuellen Interessen und Bedürfnisse. Die Digitalisierung kann LehrerInnen dabei helfen, die individuellen Lern-Prozesse effizienter zu organisieren und zu begleiten. Und SchülerInnen bekommen durch die Digitalisierung Werkzeuge an die Hand, ihre Lernprozesse eigenständig und kreativ selbst zu gestalten. Die Referenten erläutern im Workshop Ziele reformpädagogischen Arbeitens auf der Grundlage des Selbstverständnisses des „Blicks über den Zaun“ und zeigen anhand von Praxis-Beispielen, wie die Digitalisierung bei der Umsetzung der Ziele helfen kann.

WORKSHOP: Design to learn – Entwicklungssprint für dein digitales Lernsetting
Theresa Samuelis, Doreen Werner, KOOPERATIVE BERLIN

Virtuelle Lerncoaches? KI im Klassenzimmer? Wir wollen nicht auf diese Zukunft warten, sondern fragen, wie wir schon heute etwas bewegen können – in den Klassenzimmern und anderen Lernräumen, in der Gestaltung und Organisation von Schule und Unterricht, im Rollenverständnis und Partizipationsverhalten von Lehrenden und Lernenden. Denn das sogenannte „digitale Zeitalter“ kommt nicht erst – wir leben es, heute. In diesem Entwicklungssprint designen Sie mit den Mitteln der Gegenwart Lern- und Lehrsettings, die auf Ihre Bedarfe im digitalen Wandel reagieren: Hier dürften Sie Räume, Rollen und Gestaltungsmöglichkeiten neu denken. Ausgehend von der Bestandsanalyse Ihrer Mittel und der gegenseitigen Reflexion Eurer Bedürfnisse entwickeln Sie Prototypen für Unterrichtseinheiten, Lernräume, Kommunikationswege und alles, was Sie an Ideen mitbringen. Diese werden anschließend online unter einer CC-Lizenz öffentlich zugänglich gemacht, damit Ihre Ideen an möglichst vielen Orten erprobt werden können.

Raum CHISINAU 1, bis 24 Teilnehmende

17:30 - 18:30

WORKSHOP: Die Pacemaker Initiative: Erfolgreiche Digitalisierung durch Schulentwicklung
Inga Cordes, Education Y; Verena Wagner, Teach First Deutschland

Die Pacemaker Initiative von Education Y und Teach First Deutschland unterstützt weiterführende Schulen mit dem Ziel, die fortschreitende Digitalisierung pädagogisch sinnvoll zu gestalten. Um dies zu erreichen, fokussiert sich die Initiative auf einen gemeinsam mit den Schulen gestalteten Schulentwicklungsprozess. Im Workshop gehen die TeilnehmerInnen nach einer Vorstellung der Initiative selbst in Interaktion. Gemeinsam arbeiten sie selbst an Gelingensbedingungen für eine digitale Transformation und probieren sich in einem digitalen Tool aus.

Notwendige Technik: Laptops / Tablets (BYOD)

WORKSHOP: Wie können SchülerInnen mit iPads besser lernen?
Dr. Sabine Schweder, Jörg Holten, Tino Wulff, Anne Bögelsack, Lea Stunkat, Luise Wenzel, Universität Greifswald; Bernd Leu, Schule am Bodden Neuenkirchen

Wie können SchülerInnen mit iPads besser lernen? Diese Frage stellen sich nicht nur die LehrerInnen an der iPad-Schule „Am Bodden“ in Neuenkirchen, sondern zahlreiche DozentInnen an der in der Nachbarschaft gelegenen Universität Greifswald. Für knapp eine Woche treffen mittlerweile jährlich DozentInnen, LehrerInnen und Studierende zusammen und erproben immer wieder neue und auf das iPad ausgerichtete Unterrichtskonzepte wie Lernbüro, Webquest, Zukunftswerkstatt und Forschendes Lernen. Grundlage der Umsetzung der noch immer neuartigen Lernmethoden ist immer der digitale Raum. Auswirkungen auf Motivation, Lernverhalten und Stresserleben werden zusätzlich untersucht und fließen bei der Auswertung der Lernerfahrungen mit ein. Wegen der Allianz zwischen Universität und iPad-Schule „Am Bodden“ haben nicht nur die LehrerInnen wichtige Erfahrungen vorzuweisen, sondern auch Lehramtsstudierende und damit zukünftige LehrerInnen und ihre DozentInnen an der Universität.

16. November

10:30 - 11:30

WORKSHOP: Übergreifende Standards für das schulische Medienkonzept: Die Rolle der Schulleitung
Martin Fugmann, Evangelisch Stiftisches Gymnasium Gütersloh

Dieser Workshop richtet sich besonders an Führungskräfte, da die Haltung der Schulleitung der Schlüssel für das Gelingen des Transformationsprozesses ist. Daher sollen Fragen zum Leitbild der Schule und das Schulprogramm sowie das Vernetzen der Digitalisierung mit den Schulentwicklungsleitzielen beleuchtet und diskutiert werden. In diesem Zusammenhang wird die Bedeutung der Motivation, der Qualifikation sowie der Unterstützung des Kollegiums durch die Schulleitung zur Sprache kommen. Schließlich soll die Förderung von professionellen Lerngemeinschaften sowie die Nutzung von Bildungsnetzwerken diskutiert werden.

WORKSHOP: SchülerInnen gestalten Schulkultur – Medienbildung als Gemeinschaftsaufgabe
Claudia Kuttner, Europa-Universität Flensburg; Catharina Frehoff, Theodor-Storm-Schule Husum; Hendrik Roßmann, Gemeinschaftsschule Neumünster-Brachenfeld und Medienscouts der Theodor-Storm-Schule Husum sowie der Gemeinschaftsschule Neumünster-Brachenfeld

In der Diskussion um Schulentwicklung geraten unterschiedliche Zielgruppen in den Blick: Schulleitungen, Lehrkräfte, Eltern, VertreterInnen aus Politik, Wissenschaft und außerschulischer Praxis. Deutlich seltener werden dagegen SchülerInnen aktiv in die Gestaltung von Veränderungsprozessen einbezogen. Dass damit gerade im Kontext Medienbildung ein großes Potential ungenutzt bleibt, zeigt sich am Beispiel jener Schulen, die den Ideen und dem Engagement von jungen Menschen explizit Raum geben. Exemplarisch wird gezeigt, dass dieses häufig noch als Wagnis aufgefasste Vorgehen vielfältige Impulse auf dem Weg zu einer neuen (medialen) Schulkultur mit sich bringt. Die Etablierung neuer Kooperations- und Anerkennungsformen wird anhand von Erfahrungen mit der gemeinsamen Erarbeitung von (z.B. Medien-)Konzepten veranschaulicht und durch die Arbeit von als „Medienscouts“ ausgebildeten Jugendlichen illustriert, die MitschülerInnen, Lehrkräfte und Eltern medienkompetenzfördernd unterstützen.

11:45 - 12:45

WORKSHOP: Das Kollegium mitnehmen – zur Rolle von Fortbildung und Ausstattung
Viola Bauer und Martin Fritze, Staatliche Realschule Abensberg

Um in einem hochkomplexen System wie Schule effektiv, nachhaltig und überzeugend den Anforderungen der Digitalisierung gerecht zu werden, bedarf es gut ausgebildeter, engagierter Kolleginnen und Kollegen. Diskutiert werden u.a. folgende Fragestellungen: Wie erreiche ich ein hohes Maß an Akzeptanz für die „neuen“ Aspekte der Digitalisierung? Am Beispiel der Realschule Abensberg diskutieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie Strukturen und Prozesse entwickelt werden können, die es allen Lehrkräften ermöglichen, Potenziale systematisch und gewinnbringend in ihren Unterricht zu integrieren.

WORKSHOP: Schule in der Digitalisierung – mehr als Breitband und Coding
Richard Heinen, Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft; Dirk Braun, Gesamtschule Höscheid Solingen; Lena Kesting, Sekundarschule Jülich; Annie Dörfle und Lena Spak, Scobees

Die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts sind komplexer als die oft verkürzte Fokussierung auf Infrastrukturfragen in Schulen und die Integration von Medienbildung und informatischer Bildung in den Fachunterricht vermuten lassen. Der Gegensatz zwischen fachlicher Wissensvermittlung und übergeordnetem Kompetenzerwerb bleibt oft ungelöst. Schulen im Aufbau haben die Möglichkeiten Lernen von Grund auf anders zu gestalten, ohne komplexe, gewachsene Strukturen „umbauen“ zu müssen. Am Beispiel von mehreren Schulen im Aufbau aus NRW wird deutlich, wie Schulentwicklungsprozesse für ein Lernen im 21. Jahrhundert gestaltet werden können und welche schuladministrativen Rahmenbedingungen hierbei herausgefordert werden.

MEET-UP: Partizipation von SchülerInnen und Eltern für erfolgreichen digitalen Wandel an Schulen
Katrin Völkner, Universität Potsdam

Dieses Meet-Up möchte diskutieren, wie SchülerInnen und Eltern in die Prozesse eingebunden werden können, die mit dem Wandel der Schulen im digitalen und vernetzten Zeitalter einhergehen. Die komplexen Veränderungen und Handlungsbedarfe werden im Moment vor allem von ExpertInnen thematisiert; die Stimmen von Eltern und SchülerInnen hört man dabei eher selten. Aber um Schule zu einem Ort zu machen, der erfolgreich digitale Mündigkeit vermittelt, bedarf es breiter Bündnisse, in die die Perspektiven der Eltern und SchülerInnen integriert werden. (Der Landesschülerrat Brandenburg hat zum Beispiel gerade die Offensive Digital.Mit.Wirkung ausgerufen, um bei bildungspolitischen Entscheidungen mehr Gehör zu finden.) Im Meet-Up sollen Erfahrungen und Best Practices ausgetauscht und Strategien entwickelt werden, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit aussehen kann. Dabei können die TeilnehmerInnen, die selber Eltern von SchülerIinnen sind, auch die Gelegenheit nutzen, zum Thema sowohl mit ihrem „Elternhut“ als auch aus ihrer ExpertInnenperspektive beizutragen.

13:45 - 14:45

WORKSHOP: Neue Orte für neues Lernen: Raumkonzepte im digitalen Wandel
Adrian Krawczyk, Architekt im Ganztagsreferat der Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung; Sebastian Hirsch, Schulbauberater

Wie gestalten wir neue Orte für neues Lernen? An der Schnittstelle von Architektur und Pädagogik wird der Abschied von der Flurschule diskutiert. Neue pädagogische Konzepte, Inklusion und Ganztagsschule verändern Schule als Lern- und Lebensort. Digitale Bildung spielt in diesen Diskussionen eine eher untergeordnete Rolle. Bisher sind interaktive Whiteboards und WLAN-Router die sichtbarsten Neuerungen. Für Architekt/innen zählen diese als nachgeordnete Ausstattungsfrage.

Mit der flächendeckenden Einführung der Ganztagsschule fand in Hamburg ein intensives Nachdenken über pädagogische Architektur statt. Wir stellen Schulen mit veränderten Raumkonzepten vor (Lernateliers, Jahrgangsflure, Selbstlernzentren) und zeigen Beispiele von Lernorten im digitalen Wandel. Im Workshop entwickeln die Teilnehmenden eigene Szenarien und diskutieren deren praktische Umsetzung.

Raum VILNIUS 2, bis 25 Teilnehmende

WORKSHOP: Ganztagsschule im digitalen Wandel
Christian Hahn, Deutsche Kinder und Jugend Stiftung; 4 ExpertInnen aus dem länderübergreifenden Ganztagsschulnetzwerk bildung.digital

Zwei Entwicklungen prägen den aktuellen politischen Diskurs um gute Bildung in Deutschland in besonderer Weise: der digitale Wandel sowie der qualitative und quantitative Ausbau der Ganztagsschulen. Wie gehören beide Entwicklungen zusammen? Arbeitet eine zeitgemäße Schule ganztägig und digital? Wie hilft Digitalisierung dabei, die Entwicklungsfelder für gute Ganztagsschule zu bearbeiten? Wie lassen sich die besonderen Potenziale der Ganztagsschule nutzen, um den digitalen Wandel in der Schule zu gestalten? Die Teilnehmenden arbeiten an diesen Fragen entlang aktueller Entwicklungsfelder:

  • bei der Gestaltung des digitalen Wandels: Medienkompetenzförderung, Medienkonzeptentwicklung, digitale Lernkultur und digitales Schulmanagement sowie
  • der Ganztagsschule: Kooperation, Rhythmisierung, Raum, Individualisierung.