Vorstand

Dr. Nils Weichert

Foto: Phil Dera / CC BY 4.0

Dr. Nils Weichert ist geschäftsführender Vorstand des Forum. Der promovierte Politikwissenschaftler beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit den Themen Digitalisierung und Bildung. Insbesondere mit Blick auf Kompetenz- und Beteiligungsfragen will er mit den Expertinnen und Experten im Forum die Chancen digitaler Medien für die Schul- und Unterrichtsentwicklung nutzen. Zuvor war Nils Weichert als Leiter Open Educational Resources bei der Berliner Senatsverwaltung für Bildung im Einsatz, Leiter des Ressorts Bildung, Wissenschaft und Kultur von Wikimedia Deutschland sowie Leiter der Kompetenzförderung der Stiftung Europäische Jugendbildung Weimar.

Digitalisierung ist ein komplexer kultureller Wandlungsprozess der nur gelingen kann, wenn wir alle mit Leidenschaft daran arbeiten. Diese Passion zu entfachen, den Diskurs zu Digitalisierung und Bildung zu gestalten und gemeinsam Ziele zu entwickeln, auf die wir als Gesellschaft hinarbeiten wollen, ist Hauptaufgabe des Forum.

Dr. Nils Weichert

Was verbinden Sie mit den Themen Bildung und Digitalisierung?
Als Politikwissenschaftler haben mich vor allem die Themen Technikphilosophie und technologischer Fortschritt begeistert, weil es hier um die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Mensch, Welt und Technik geht. Damit rücken Bildungs- oder Ethikfragen automatisch in den Vordergrund. Für mich ist deshalb der Begriff der Mündigkeit von zentraler Bedeutung. Wer mündig ist, übernimmt für sein eigenes Handeln Verantwortung und gestaltet mit. Dies gilt insbesondere für den digitalen Raum.

Was bedeutet für Sie zeitgemäße Bildung?
Zeitgemäße Bildung steht in erster Linie für Freiraum. Das 20. Jahrhundert war gekennzeichnet von Stundentafeln oder Unterrichtsplänen. Für Bildung in den heterogenen und vernetzten Gesellschaften des 21. Jahrhunderts kann dieses Verständnis nur noch bedingt Wirkung entfalten. Die Chiffre „zeitgemäße Bildung“ steht für ein offenes Verständnis von Bildung, dass Konventionen überwindet und neue Wege beschreitet.

Was wünschen Sie sich kurz- und mittelfristiges für unsere Schulen?
Gute Bildung mit digitalen Medien erfordert vor allem eine entsprechend gute Pädagogik. Kurzfristig wünsche ich mir daher für unsere Schulen ausreichend personale Ressourcen, um geeignete Schul- und Unterrichtskonzepte entwickeln zu können. Nur so können digitale Technologien dabei unterstützen, schulische Herausforderungen wie Inklusion anzugehen.

Woran wollen Sie im Forum arbeiten?
Digitalisierung ist ein Schlagwort geworden, mit dem kein Ziel verbunden wird. Das ist gerade für den Bildungsbereich verhängnisvoll, weil Digitalisierung häufig mit Technisierung gleichsetzt wird. Dabei handelt es sich um einen komplexen kulturellen Wandlungsprozess der nur gelingen kann, wenn wir alle mit Leidenschaft an diesem Thema arbeiten.

Was treibt Sie an?
Chancengerechte Bildung sicherstellen! Bildungserfolg darf nicht länger von der sozialen Herkunft abhängig sein. Oder davon, ob ich in der Stadt oder auf dem Land wohne. Für zentrale Herausforderungen der deutschen Bildungspolitik bieten digitale Medien große Potenziale. Hier wünsche ich mir einen chancenorientierten Diskurs und mehr Initiative.

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