Community Call #1

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Am 24. März fand ein erster Community Call zum Thema Kommunikation mit Micha Pallesche, Schulleiter an der Ernst-Reuter-Schule in Karlsruhe, statt. Im Gespräch mit Jacob Chammon gibt Micha Pallesche Einblicke zum Umgang mit der aktuellen Situation an seiner Schule und Tipps für kreative Lösungen, um auch auf digitalem Weg gut und zielgerichtet kommunizieren zu können, sei es untereinander im Kollegium oder mit den Schülerinnen und Schülern.

O-Töne aus dem Chat:

  • Mir kommt es gerade so vor, als würden Schulen und Lehrkräfte die Situation jetzt retten müssen. Mir fehlen a) die übergreifende Unterstützung (die mehr als eine Linksammlung sein müsste) und b) fehlt mir die Perspektive über Ostern hinaus.
  • Ein Smartphone genügt eben nicht, in einigen Familien gibt es nichts anderes und wenn, dann müssen sich ggf. mehrere Kinder ein Tablet teilen.
  • Was mir auch fehlt ist, dass wir auch für “danach” jetzt schon planen müssen. Nicht nur: was haben die Kinder gelernt bzw. was haben sie an Stoff verpasst? Sondern auch: Wie kann Schule die vielfältigen Erfahrungen aufgreifen.
  • Die Konzepte, die jetzt entwickelt werden, sollten aber weniger die Tools in den Fokus stellen, sondern eine grundsätzliche Veränderung von Lernkultur.
  • Wenn kein Learning Management System und keine Ressourcen in den Elternhäusern vorhanden sind, geht es eben erst einmal um die Aufrechterhaltung der Beziehung. Und hier kann auch der Mangel an Material und Technik positiv wirken. Die Schülerinnen und Schüler einer Kollegin in Berlin chatten täglich mit der Lehrerin und freuen sich (mehr als in der Schule) über Feedback mit ihren Codes (Emojis, Sprachnachrichten,…)
  • Die Diskussion muss mehrgleisig geführt werden, je nachdem, von welchen Schülerinnen und Schülern, Elternhäusern, Schulleitung und Lehrerinnen und Lehrern wir reden…
  • In der Grundschule gibt es das Problem, dass die Schülerinnen und Schüler (noch) nicht selbstständig ihre Mails lesen und ihre Schularbeit strukturieren können. Einige nehmen unser Angebot ernst und lernen jeden Tag kontinuierlich (was ich in Apps wie ANTON nachvollziehen kann), andere machen nichts (zumindest kann das nicht nachvollzogen werden). Einige Eltern sind technisch und inhaltlich auch völlig überfordert. Das muss auch bedacht werden. Digitale Bildung darf nicht Mehrarbeit für die Eltern bedeuten.
  • Wir sollten sehen, dass die Kinder auch Holz hacken oder Essen kochen oder Vogelhäuser bauen. Das ist alles lernen und wir sollten die Eltern und familien zu so etwas ermuntern
  • Aber die Technik muss erstmal in der Familie vorhanden sein, einschließlich stabiler Internetverbindungen.
  • Interessant, dass wir ganz schnell wieder beim Thema ‘Technik’ sind. Überrascht mich aber nicht, da wir da einfach in der Fläche auch ‘ohne Corona’ nicht aufgestellt sind. Allerdings müssen wir daran denken, dass die Diskussion darüber hinausgehen sollte. Was sind derzeitige Probleme/Herausforderungen; wo liegen Chancen? Wo wird Unterstützung gebraucht und wie kann die Schulseite und die Bildungsadministration gewährleistet werden?
  • Die tollen Kolleginnen und Kollegen in den Schulen haben viele Ideen und sind sehr engagiert. Aber bei der Technik stoßen sie an die Grenzen, die sie nicht selbst überwinden können.
  • Viele Schulen gehen auch über Grenzen, das ist gut. Fehler machen, aber Hauptsache machen. Ich wäre auch dafür, dass wir weniger über die Übermittlung von Aufgaben sondern eher die emotionale Herausforderung reden. Viele Schülerinnen und Schüler und Familien brauchen gerade unsere Aufmerksamkeit!
  • Wichtig wäre es auch, dass man sich nach dieser Krise mal Gedanken macht, was Bildung – auch digitale – in Zukunft leisten können soll und muss. Auf was kommt es im Leben und für die Gesellschaft wirklich an?
  • In der digitalen Welt muss die Kompetenz das Ziel sein und nicht ausschließlich der Inhalt. Schulinterne Curricula müssten m.E. um digitale Alternativen zu allen Kompetenzbereichen erweitert werden. Das könnte auf Schulebene passieren und zwar kurzfristig.
  • Wir brauchen aus meiner Sicht mehr Teamstrukturen in Schulen und dann Lernteams aus Lernende, Eltern und Lehrern
  • Alle mitnehmen – ob analog oder digital, wir sind eine Übergangsgeneration, das muss uns bewusst sein -> Bildungsgerechtigkeit!

Weiterführende Links:

DiLer LMS

Interview mit Birgit Eickelmann im Magazin AufRuhr der Stiftung Mercator

Lernen trotz Corona: Plattform der pädagogischen Hochschule Schwyz

Artikel zum Thema Datenschutz beim Einsatz von Tools (z. B. Zoom)

Podcast ESBZ On Air der Evangelischen Schule Berlin Zentrum zu Erfahrungen mit der „Coronakrise“

Fachnetzwerk digital-vernetztes Lernen

Konzeptdarstellung zur Nutzung von Microsoft Teams im Unterricht