Community Call: Schulentwicklung und Erkenntnisse aus aktuellen Schulschließungen

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Im Community Call #6 widmeten wir uns am 22. April gemeinsam mit unseren Gästen Prof. Dr. Birgit Eickelmann, Leiterin der Arbeitsgruppe Schulpädagogik am Institut für Erziehungswissenschaft an der Universität Paderborn, Kristin Görlitz, Projektmanagerin bei der Deutschen Schulakademie, Patrick Götz, Schulleiter des Jenaplan Gymnasiums Nürnberg und Bernd Beisse, Schulträger, der Frage: Was sind bisherige Erkenntnisse aus den derzeitigen Schulschließungen und was nehmen wir mit für weitere Prozesse der Schulentwicklung für die Zeit danach?

O-Töne aus dem Chat:

  • Aus Sicht einer Lehrerin brauchen wir danach Zeit und somit Entlastung für Fortbildungen, nicht (nur) zur Toolbedienung, sondern zu didaktischen  Möglichkeiten.
  • Wie nutzen Schulen die Lernportale, die die Länder kostenfrei zur Verfügung stellen (z.B: Lernraum Berlin, mebis,  HPI Schulcloud. Lernsax, itsLearning usw.)?
  • Wir brauchen auch Konzepte, die den Arbeitseinsatz von Lehrkräften gut planen. Lehrkräfte sollen ja jetzt wieder in die Schule und parallel Lerngruppen weiter “aus der Ferne” unterrichten. Problem steht vor der Tür: Lösung muss schulübergreifend gefunden werden.
  • Wie können Schülerinnen und Schüler bestmöglich bei der Gestaltung der neuen Lernsituationen mitbeteiligt werden?
  • Antwort: empirische Ergebnisse von der Vodafone-Stiftung und der Uni Paderborn, in welcher Weise Lehrerinnen und Lehrer Lernmangementsysteme, Clouds usw. nutzen. Folgt mir bei Twitter (@prof_birgit).
  • Wir landen in der Diskussion schon wieder “nur” bei der Ausstattung und nicht beim Lernen. Ein typisch deutsches Problem.
  • Oder anders gefragt: Ist es besser, schlecht zu digitalisieren bevor gar nicht digitalisiert wird?
  • Zeit!.. für Fortbildungen in der Arbeitszeit, aber auch Zeit für den kollegialen Austausch, und Raum für die Reflexion der beruflichen Anforderungen in Form von z.B. Supervison
  • Ist die aktuelle Situation nicht eine Chance für “flipped classroom”, also Lernvideos, welche Lehrerinnen und Lehrer bewusst einsetzen?
  • Wir müssen schauen, wann was für welche Lerngruppe sinnvoll ist.
  • Schön wäre, wenn wir die Schulen fragen, welche Konzepte und Methoden wir mitnehmen möchten. Mir hat z.B. gut gefallen, dass eine Schule auf Twitter geschrieben hat, dass sie die Abi-Vorbereitung als digitales Barcamp organisiert haben und die Schülerinnen und Schüler direkt gesagt haben, dass es ihnen so gut gefallen hat, dass sie das auch nachfolgenden Jahrgängen empfehlen. 
  • Lehrkräfte benötigen grundsätzliche (konstante) Schülerinnen- und Schüler Förderungen und Weiterbildungen. (im Sinn der Medienkompetenz)
  • Digitale Angebote müssen Erfolgserlebnisse schaffen, um Motivation zu schaffen. Für Schüler*innen und Lehrkräfte. Dafür braucht es eine gute E-Didaktik, die Feedback mitdenkt.
  • Die Bedeutung der Beteiligung der Beteiligten, nicht nur Lehrkräfte sondern auch Schüler*innen. -> Lehrende und Lernende von Betroffenen zu Beteiligten machen.
  • Eine Erkenntnis ist, dass viele Entscheider*innen vorher selbst kaum im digitalen Raum aktiv waren. Nun sind endlich Entscheider*innen auf allen Ebenen selbst betroffen und treffen eher informierte Entscheidungen.
  • Mut für Fehler und alle Holzwege, die letztendlich der Weg sind!
  • Das Zutrauen in die Schüler*innen und Schüler, dass sie selbstorganisiert lernen zu können, muss häufiger in den Schulen praktiziert werden. Das gemischte Lernen, Präsenz- und Fernunterricht muss altersadäquat angewendet werden. Soziale Ungleichheit muss in den Blick genommen werden, u. a. durch Ausstattung, Leihgeräte für Schüler*inen. Allerdings: Das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung kann nicht einfach  für Schüler*innen ausgehebelt werden (WhatsApp, siehe Niedersachsen heute). 
  • Lernraum statt Leistungsraum.
  • Nachhaltig wird es, wenn alle Beteiligten ihre Lernumgebung mitgestalten.
  • Und vielleicht hilft es auch noch mal,  den Begriff “Digitalisierung” zu reflektieren und ggf. eher von “Digitalität” zu sprechen und so nicht die Prozesse von Analog zu Digital in den Vordergrund zu stellen
  • Ansatz Schülerinnen und Schülern mehr Eigenverantwortung zu geben – geht auch in der Grundschule: Sie brauchen aber viel Begleitung und dass kann man in der jetzigen Zeit natürlich nicht leisten als Pädagoge.

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